Tragödie in der Ostsee: Gestrandeter Buckelwal singt vor seinem Tod
In der Wismarer Bucht vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern spielt sich eine bewegende Tragödie ab. Ein Buckelwal, der dort gestrandet ist, liegt nach Experteneinschätzungen im Sterben und hat nur noch kurze Zeit zu leben. Das Schicksal des Meeressäugers bewegt Millionen Menschen in Deutschland, die mitfiebern und hoffen.
Lebenszeichen und gescheiterte Rettungsversuche
Am Sonntagmorgen, dem 5. April 2026, gab der Wal noch Lebenszeichen von sich, wie der NDR berichtet. Der Buckelwal wird aktuell durch Sprinkler mit Ostseewasser bespritzt, um ihn zu kühlen und zu stabilisieren. Allerdings ist das Wasser direkt vor der Insel Poel weniger salzhaltig, was dem ohnehin geschwächten Tier zusätzlich zusetzt. Der Wal liegt im flachen Wasser der sogenannten Kirchsee, einer Bucht der Insel Poel.
Frühere Versuche, das Tier zu einer Rückkehr ins Meer zu bewegen, sind gescheitert. Selbst der Einsatz eines kleinen Baggers brachte keinen Erfolg. Zwar war der Buckelwal kurzzeitig wieder auf dem Weg in die Ostsee, kehrte dann aber zurück. Experten sehen nun keine Hoffnung mehr für ein Wunder. Tom Bär, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, erklärte laut Bild: „Hauptgründe für das Sterben eines Wals am Strand sind Lageschäden, Überhitzung und Vorschädigungen. In fast allen Fällen führen diese verschiedenen Ursachen, häufig in Kombination, zu einem akuten Herz-Kreislaufversagen.“
Der singende Wal und die Hoffnung des Umweltministers
Laut Bild soll der Wal noch am Abend des Karfreitags gegen 23 Uhr mit Singen begonnen haben. Diese Gesänge hielten bis ins Morgengrauen an und klangen wie ein Weinen, heißt es in dem Bericht. Festgestellt wurden die Geräusche von einem experimentellen Musiker aus Wien, der vor Ort Spezialmikrofone installiert hat, um die Laute des gestrandeten Buckelwals aufzuzeichnen.
Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, hat die Hoffnung offenbar noch nicht ganz aufgegeben. Er erklärte am Ostersonntag, dem 5. April, laut Bild: „Wenn das Wasser weiter steigt, es ein Wunder gibt, was den Wal betrifft, wäre das ein Riesenglück, die Auferstehung.“ Backhaus betonte auch die Notwendigkeit verlässlicher Daten: „Wir wissen, dass das wenig salzhaltige Wasser dem Tier bereits schwer geschadet hat. Wir brauchen aber verlässliche Daten und die wollen wir heute gewinnen.“
Das Bangen um den Buckelwal geht weiter, während Experten und Behörden die Situation genau beobachten. Die Tragödie in der Ostsee unterstreicht die Verletzlichkeit der Meeressäuger und die Herausforderungen bei Rettungseinsätzen in solchen Fällen.



