Güstrow feiert Ostern mit kreativen Gottesdiensten und kulturellen Angeboten
In der mecklenburgischen Stadt Güstrow wurde das Osterfest auf vielfältige und besondere Weise begangen. Während im historischen Dom der traditionelle Ostersonntagsgottesdienst stattfand, erlebten Kinder die biblische Geschichte auf spielerische Art und Weise. Parallel dazu bot das Norddeutsche Krippenmuseum in der Heilgeistkirche einzigartige österliche Exponate für Besucher.
Kindergottesdienst mit lebendiger Ostergeschichte
Rund 30 Kinder nahmen an einem fröhlichen Kindergottesdienst teil, der von Gemeindepädagogin Sarah Kersten geleitet wurde. Die jungen Teilnehmer lernten nicht nur internationale Lobpreisungen kennen – wie „Hallelujah“ auf Chinesisch oder Kinderlieder aus Tansania – sondern verwandelten sich auch in lebendige Darsteller der Ostergeschichte.
Im Domgemeindehaus entstand durch muntere Improvisation ein ganz besonderes Theaterstück. Die Kinder schlüpften in verschiedene Rollen: Zwei mutige römische Soldaten, mehrere zwitschernde Vögel, ein strahlender Engel und drei Frauen, die das leere Grab entdeckten. Sogar der Grabeingang wurde durch zwei Jungen dargestellt, während ein großer Junge den schweren Stein verkörperte. Besonders kreativ war die Darstellung der Sonne: Ein blondes Mädchen in gelbem Shirt kletterte auf einer Leiter hoch und hinunter, um den Sonnenaufgang und -untergang zu symbolisieren.
Begleitet von Pastor i.R. Andreas Flade zogen alle Kinder schließlich mit einer Narzisse in den Ostergottesdienst im Dom ein, wo sie auf die erwachsene Gemeinde trafen.
Gottesdienst im Dom mit besonderer Fürbitte
Im gut besuchten Güstrower Dom hielt Pastor im Ruhestand Andreas Flade die Osterpredigt. Er übernahm diesen Dienst, da die Stelle des Dompastors seit über neun Monaten vakant ist. In seiner bewegenden Fürbitte sprach Flade nicht nur den Frieden in der Welt sowie Kranke und Schwache an, sondern äußerte auch den innigen Wunsch nach einer gelungenen Neubesetzung der Pastorenstelle durch den Landesbischof.
Der Gottesdienst markierte einen besinnlichen Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten, bevor sich die Gemeinde im Anschluss zu einem Beisammensein mit traditioneller Ostereiersuche im Domgemeindehaus traf.
Krippenmuseum zeigt österliche Schätze
Für alle, die auch am Ostersonntag noch etwas Besonderes erleben wollten, öffnete das Norddeutsche Krippenmuseum in der Heilgeistkirche seine Pforten. In dem rund 800 Jahre alten Gebäude – dem zweitältesten der Stadt – konnten Besucher am Nachmittag Krippen aus aller Welt bestaunen.
Das Museum präsentierte eine faszinierende Sammlung, die von Spraydosenfiguren aus Mali bis zu kostbaren Heiligenfiguren aus Murano-Glas reichte. Besondere Aufmerksamkeit erregten die internationalen Krippen in Eiern, die das Ei als Symbol neuen Lebens sowohl zu Weihnachten als auch zu Ostern in den Mittelpunkt stellen.
Zu den Highlights gehörten winzige, in Nuss- oder Obstkerne geschnitzte Krippenfiguren, ein österreichisches Puten-Ei mit der heiligen Familie aus Holz und ein russisches Fabergé-Ei, das Maria, Josef, Jesus und Engel in kunstvoller Darstellung zeigte. Diese Exponate verdeutlichten, wie das Ei als Ursprungssymbol in verschiedenen Kulturen und zu verschiedenen Festzeiten interpretiert wird.
Während viele Osterfeuer in der Region bereits am Samstag verglommen waren und zahlreiche Veranstaltungen bereits beendet waren, bot Güstrow mit diesem vielseitigen Programm eine bereichernde Alternative für alle, die das Fest auf besondere Weise begehen wollten.



