Generationswechsel bei der Lotsenbruderschaft: Ein Kapitel schließt sich
Ein bewegender Moment für die maritime Gemeinschaft in Warnemünde: Am Donnerstag, dem 26. März 2026, versammelten sich zahlreiche Partner aus der See- und Hafenwirtschaft in der Verkehrszentrale, um sich von Lotsenältermann Andreas Krüger zu verabschieden. Nach einem Vierteljahrhundert im Dienst als Seelotse und zwei Wahlperioden an der Spitze der Bruderschaft tritt der 65-Jährige nun zum Monatsende in den wohlverdienten Ruhestand.
Stafettenwechsel an der Spitze der Bruderschaft
Bei der emotionalen Abschiedsfeier, bei der Krüger noch einmal Einblicke in den facettenreichen Alltag der Lotsentätigkeit gewährte, stellte er auch seinen designierten Nachfolger vor. Steffen Herz, 58 Jahre alt und jüngst von der Brüderschaft gewählt, wird ab dem 1. April die Verantwortung für die gegenwärtig 35 Lotsen übernehmen, die im Bereich zwischen Wismar, Rostock, Stralsund und Mukran operieren. Dieser Führungswechsel markiert einen bedeutenden Einschnitt in der Geschichte der maritimen Navigationshilfe in der Region.
Herausforderungen und Errungenschaften einer Ära
In seinen Abschiedsworten reflektierte Andreas Krüger über die zahlreichen Herausforderungen, denen er und seine Berufskollegen in den vergangenen Jahren gegenüberstanden. Besonders hervor hob er dabei:
- Die komplexe Koordination bei der Anlage von Offshore-Windparks vor der Küste
- Die umfangreichen Baggerarbeiten zur Vertiefung des Seekanals
- Die anspruchsvolle Bedienung der neu errichteten LNG-Terminals
Diese Projekte stellten nicht nur logistische Meisterleistungen dar, sondern unterstreichen auch die wachsende Bedeutung der Lotsen für die moderne Schifffahrtsinfrastruktur.
Dankbarkeit und Zukunftsperspektiven
Im Namen aller Kollegen sprach Krüger seinen Dank für die kontinuierliche Wertschätzung ihrer anspruchsvollen Arbeit aus. Seinem Nachfolger Steffen Herz wünschte er viel Erfolg für die kommenden Aufgaben und betonte die Bedeutung des inneren Zusammenhalts innerhalb der Bruderschaft sowie deren positive Außenwirkung. „Die Stärke unserer Gemeinschaft liegt im respektvollen Miteinander und der professionellen Expertise jedes Einzelnen“, so Krüger in seiner Abschiedsrede.
Obwohl er den aktiven Lotsendienst beendet, bleibt Andreas Krüger der maritimen Welt weiterhin verbunden. In seiner nun gewonnenen Freizeit wird er als einer der Kapitäne des traditionsreichen Lotsenschoners „Atalanta“ weiterhin zur See fahren und damit sein lebenslanges Engagement für die Schifffahrt fortsetzen.
Der Übergang von Andreas Krüger zu Steffen Herz symbolisiert nicht nur einen personellen Wechsel, sondern steht auch für die Kontinuität und Anpassungsfähigkeit eines essentiellen maritimen Berufsstandes in einer sich ständig wandelnden Schifffahrtslandschaft.



