Schloss Spyker auf Rügen erneut zur Zwangsversteigerung
Schloss Spyker erneut zwangsversteigert

Das historische Schloss Spyker auf Rügen wird erneut zwangsversteigert. Am 18. Juni soll das Anwesen im Amtsgericht Stralsund unter den Hammer kommen, wie die Ostsee-Zeitung berichtet. Grund sind Schulden des letzten Eigentümers. Der gerichtlich festgestellte Verkehrswert liegt bei 2,84 Millionen Euro. Parallel wird das Schloss in Online-Inseraten zu höheren Preisen angeboten.

Ein Wahrzeichen mit langer Geschichte

Schloss Spyker gilt als ältester weltlicher Bau der Insel und wurde bereits 1318 erwähnt. Mit seinen vier Rundtürmen, der markanten roten Fassade und der Lage am Spyker See zählt es zu den bekanntesten historischen Gebäuden auf Rügen. Das heutige Aussehen erhielt das Schloss in schwedischer Zeit. Nachdem Rügen infolge des Westfälischen Friedens an Schweden gefallen war, erhielt Carl Gustav von Wrangel das Anwesen 1649. In den folgenden Jahren wurde die frühere Burg zum Schloss umgebaut und mit dem typischen Falunrot gestrichen.

Schwedisches Erbe und wechselvolle Geschichte

Im Inneren finden sich barocke Stuckdecken, die als außergewöhnlich und bedeutend für den Ostseeraum gelten. Der Besitz wechselte mehrfach, ehe das Anwesen lange Zeit der Familie zu Putbus gehörte. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss zunächst als Unterkunft, später in der DDR als FDGB-Erholungsheim. Nach der Wende wurde es restauriert und als Hotel weitergeführt.

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Vom Hotel zur Zwangsversteigerung

Der Hotelbetrieb erwies sich als wirtschaftlich schwierig. Bereits 2006 wurde Schloss Spyker zwangsversteigert. Damals wechselte es den Besitzer, verbunden mit Plänen für Hotel, Park und Gutsanlage. Doch das Haus kam nicht zur Ruhe. Laut Ostsee-Zeitung war das Schloss in den vergangenen Jahren von wechselnden Firmenkonstruktionen, offenen finanziellen Fragen und ausbleibenden Lohnzahlungen überschattet. Seit Herbst 2024 steht es unter Zwangsverwaltung und blieb geschlossen.

Ein Lichtblick: Schlosscafé im Gewölbekeller

Im historischen Gewölbekeller soll ein Schlosscafé eröffnen, betrieben von einem jungen Paar aus der Region. Für die laufende Saison ist der Betrieb zugesichert. Das ändert nichts an der offenen Eigentümerfrage, zeigt aber, dass an dem Ort weiter Leben möglich ist. Am 18. Juni entscheidet sich, ob für das falunrote Schloss ein neues Kapitel beginnt.

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