Sturmflutsaison endet glimpflich: Küste trotzt Winterstürmen ohne größere Schäden
Sturmflutsaison endet glimpflich: Küste trotzt Winterstürmen

Sturmflutsaison endet glimpflich: Küste trotzt Winterstürmen ohne größere Schäden

Die aktuelle Sturmflutsaison an der niedersächsischen Nordseeküste neigt sich ihrem Ende entgegen und hat bislang vergleichsweise glimpflich verlaufen. Gemessen am Pegel Norderney registrierte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) seit Oktober lediglich acht leichte Sturmfluten. Schwere oder sehr schwere Sturmfluten traten in dieser Saison nicht auf, wie eine Sprecherin des NLWKN in Norden (Landkreis Aurich) mitteilte. Entsprechend blieben größere Schäden aus. Die Sturmflutsaison dauert in der Regel bis Ende März.

Zweite ruhige Saison in Folge

Damit verlief die Sturmflutsaison 2025/2026 ähnlich ruhig wie bereits die Vorsaison 2024/2025. Beide Herbst- und Winterzeiten sind hinsichtlich der Sturmflutaktivität eher als ruhig zu bezeichnen, erklärte die NLWKN-Sprecherin. Die acht registrierten Sturmfluten lassen sich drei Winterstürmen zuordnen: Drei ereigneten sich Anfang Oktober, drei weitere Ende Oktober, und zwei folgten zu Beginn des Jahres 2026.

Im langjährigen Durchschnitt treten an der niedersächsischen Küste bis zu zehn leichte Sturmfluten pro Jahr auf. Eine schwere Sturmflut kommt statistisch gesehen einmal in zwei Jahren vor, eine sehr schwere einmal in 20 Jahren. Die tatsächliche Häufigkeit variiert jedoch stark über Jahre und Jahrzehnte hinweg.

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Definition und Kategorisierung von Sturmfluten

Der NLWKN nutzt für die Kategorisierung von Sturmfluten eine eigene Definition, die sich von der des Bundesamtes für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg unterscheidet. Die Landesbehörde zieht eine Norm zur statistischen langjährigen Eintrittshäufigkeit an verschiedenen Pegeln heran. Für jeden Pegel gelten individuelle Sturmflutmarken. Beispielsweise liegt die Grenze zur leichten Sturmflut auf den Ostfriesischen Inseln bei einer Wasserstandserhöhung von 89 bis 93 Zentimetern über dem mittleren Hochwasser.

Auswirkungen auf die Ostfriesischen Inseln

Bislang führten die vergleichsweise geringe Zahl und Höhe der Sturmfluten zu keinen so großen Sandverlusten an den Inseln, dass unmittelbare Küstenschutzmaßnahmen erforderlich wären. Dennoch muss an manchen Orten, wie etwa auf Wangerooge, fehlender Sand für touristische Zwecke aufgefahren werden, um die Badestrände zu erhalten.

Investitionen in den Inselschutz

Trotz der ruhigen Saison plant der Küstenschutz auch in diesem Sommerhalbjahr erhebliche Investitionen in den Inselschutz. Von den insgesamt für 2026 von Bund und Land bereitgestellten 82 Millionen Euro Küstenschutzmitteln sollen sechs Millionen Euro in 24 Maßnahmen auf den Ostfriesischen Inseln fließen. Geplante Projekte umfassen:

  • Die Ertüchtigung von Deichscharten und Buhnen
  • Die Sicherung von Schutzdünen
  • Die Verstärkung von Inseldeichen

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Inseln langfristig vor zukünftigen Sturmfluten zu schützen und ihre Stabilität zu gewährleisten. Die Investitionen unterstreichen die Bedeutung des präventiven Küstenschutzes, unabhängig von der aktuellen Sturmflutaktivität.

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