Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt leicht rückläufig - Arbeitsmarktentwicklung als Ursache
Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt leicht gesunken

Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt zeigen leichten Rückgang

Die Zahl der Berufspendler, die von und nach Sachsen-Anhalt unterwegs sind, ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Dies geht aus einer aktuellen Analyse der Bundesagentur für Arbeit hervor, die neue Einblicke in die Mobilität der Beschäftigten bietet.

Auspendler: Jeder Fünfte arbeitet außerhalb des Bundeslandes

Im Juni des vergangenen Jahres arbeiteten rund 148.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Wohnsitz in Sachsen-Anhalt in einem anderen Bundesland. Das bedeutet einen Rückgang von etwa 600 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Damit pendelt weiterhin etwa jeder fünfte Beschäftigte mit Wohnort in Sachsen-Anhalt über die Landesgrenze zur Arbeit.

Die beliebtesten Zielregionen für Auspendler bleiben unverändert:

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  • Sachsen mit 38.600 Pendlerinnen und Pendlern
  • Niedersachsen mit 37.400 Beschäftigten
  • Thüringen mit 14.800 Berufspendlern

Fachkräfte dominieren unter den Auspendlern

Die Mehrheit der Auspendler verfügt über eine qualifizierte Ausbildung. Nach Angaben der Arbeitsagentur arbeiteten 83.300 als Fachkräfte, während 43.900 als Spezialisten oder Experten und 21.700 in Helferberufen tätig waren. Die häufigsten Branchen für Auspendler waren:

  1. Verarbeitendes Gewerbe mit 27.800 Beschäftigten
  2. Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 18.600 Personen
  3. Bereich Verkehr und Lagerei mit 14.700 Berufstätigen
  4. Baugewerbe mit 13.700 Pendlerinnen und Pendlern

Leichter Rückgang auch bei Einpendlern

Parallel zu den Auspendlern ist auch die Zahl der Einpendler nach Sachsen-Anhalt leicht gesunken. Im Juni 2025 arbeiteten rund 75.700 Menschen aus anderen Bundesländern im Land, während es ein Jahr zuvor noch 76.200 waren. Die wichtigsten Herkunftsregionen für Einpendler waren:

  • Sachsen mit 25.800 Beschäftigten
  • Niedersachsen mit 9.600 Berufstätigen
  • Thüringen mit 9.600 Pendlerinnen und Pendlern
  • Brandenburg mit 7.400 Beschäftigten

Zusätzlich pendelten etwa 5.400 Beschäftigte aus dem Ausland nach Sachsen-Anhalt zur Arbeit, was die internationale Dimension der Arbeitsmobilität unterstreicht.

Arbeitsmarktentwicklung als entscheidender Faktor

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, erklärt den leichten Rückgang der Pendlerzahlen mit der allgemeinen Arbeitsmarktentwicklung. „Dass sowohl Ein- als auch Auspendler leicht zurückgegangen sind, hängt auch mit der schwächeren Beschäftigungsentwicklung zusammen“, so Behrens. Wenn insgesamt weniger neue Arbeitsplätze entstünden, bewegten sich auch weniger Menschen zwischen den Bundesländern.

Diese Entwicklung zeigt, wie eng die Pendlerströme mit der konjunkturellen Lage und der Schaffung neuer Arbeitsplätze verbunden sind. Die leichte Abnahme der Pendlerzahlen spiegelt somit die aktuelle wirtschaftliche Situation wider und unterstreicht die Bedeutung einer stabilen Arbeitsmarktpolitik für die regionale Mobilität.

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