Sachsen-Anhalt plant Mega-Hightech-Park nach Intel-Absage
Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt verfolgt trotz der Absage des US-Chipherstellers Intel weiterhin ambitionierte Pläne für einen großen Hightech-Industriepark bei Magdeburg. Finanz- und Wirtschaftsminister Michael Richter (CDU) betonte nach einer Kabinettssitzung, dass es sich um eine Fläche für Investitionen handle, „die es so in Deutschland nicht gibt“.
1.000 Hektar für Industrieansiedlungen
Vor den Toren der Landeshauptstadt Magdeburg stehen insgesamt gut 1.000 Hektar für Industrieansiedlungen zur Verfügung. „Die meisten Bundesländer können kaum 100 Hektar anbieten“, erklärte Richter und unterstrich damit die besondere Dimension des Vorhabens. Ursprünglich sollte Intel auf etwa 400 Hektar eine hochmoderne Chipfabrik errichten, doch der kriselnde Konzern hatte diese Pläne im Jahr 2025 überraschend abgesagt.
Verhandlungen über Rückkauf des Intel-Geländes
Derzeit befindet sich Sachsen-Anhalt in aktiven Verhandlungen mit Intel, um die bereits zugesagte Fläche zurückzukaufen. „In den nächsten drei Monaten könnte es ein Ergebnis geben“, sagte Richter zu den laufenden Gesprächen. Über mögliche Kaufpreise wollte der Minister keine Angaben machen, betonte jedoch: „Intel pokert nicht mit uns. Wir sind in guten Verhandlungen.“
Infrastruktur-Ausbau für den Hightech-Park
Rund um die ursprünglich für Intel vorgesehene 400-Hektar-Fläche sollte nach den Planungen ein hochmoderner Gewerbepark entstehen – primär für Zulieferer der Chipindustrie. Das Land arbeitet weiterhin daran, diese Bauflächen für potenzielle Investoren vorzubereiten. Dazu gehören:
- Bereitstellung von Strom- und Wasseranschlüssen
- Aufbau einer Abwasser-Infrastruktur
- Erschließung durch Straßen und Verkehrswege
Die Gesamtkosten für die Ertüchtigung des Hightech-Parks könnten sich in den kommenden Jahren auf einen hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag summieren, wie Richter erklärte. Das Land plant, „so weit wie möglich“ Fördermittel zu nutzen, insbesondere von der Europäischen Union.
Erste Investoren zeigen Interesse
Bereits jetzt seien Ansiedlungen von „zwei, drei Investoren“ möglich, so der Wirtschaftsminister. Allerdings werde es Jahre dauern, bis große Teile des Geländes vollständig nutzbar seien. Das Land hat noch nicht mit der aktiven Vermarktung der Flächen begonnen, doch es gibt laut Richter bereits konkrete Interessenten – unter anderem für Rechenzentren. „Da muss ich ein bisschen vorsichtig sein“, kommentierte der Minister diese Anfragen.
Dresdner Halbleiterunternehmen FMC im Gespräch
Bereits im Jahr 2025 hatte das Halbleiterunternehmen FMC aus Dresden Interesse an einer Ansiedlung in dem geplanten Hightech-Park angemeldet. Das Unternehmen befinde sich derzeit in der Klärung der Finanzierung, sagte Richter. Für dieses Vorhaben gibt es noch keinen konkreten Zeitplan, doch zeigt es das anhaltende Interesse der Halbleiterindustrie an Standorten in Ostdeutschland.
Der geplante Hightech-Park bei Magdeburg könnte sich zu einem der größten Industrieansiedlungsprojekte in Deutschland entwickeln und Sachsen-Anhalt als Standort für Zukunftstechnologien positionieren.



