Sächsisches Handwerk: Rekord an internationalen Auszubildenden trotz Fachkräftemangel
Sächsisches Handwerk: Rekord an ausländischen Azubis

Sächsisches Handwerk verzeichnet Rekord bei internationalen Auszubildenden

Im Freistaat Sachsen werden so viele junge Menschen aus dem Ausland in Handwerksberufen ausgebildet wie noch nie zuvor. Aktuell absolvieren mehr als 1.020 Ausländerinnen und Ausländer eine Ausbildung in sächsischen Handwerksbetrieben. Diese Zahlen, die von den drei Handwerkskammern in Chemnitz, Dresden und Leipzig erhoben wurden, markieren einen deutlichen Anstieg gegenüber früheren Jahren.

Demografischer Wandel treibt Nachfrage nach internationalen Nachwuchskräften

Hinter diesem Trend steht vor allem der zunehmende Fachkräftemangel, der durch den demografischen Wandel verschärft wird. Im Jahr 2024 traten in Sachsen über 47.000 Menschen erstmals in den Ruhestand, während nur etwa 34.000 Schulabgänger zur Verfügung standen. Zudem sinkt die Geburtenrate seit Jahren kontinuierlich. „Das Handwerk trägt maßgeblich zur Integration im Freistaat bei“, betonte Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages. „Dies ist angesichts des demografischen Zustandes der Gesellschaft besonders wichtig.“

Beliebte Berufe und Herkunftsländer der Auszubildenden

Besonders gefragt sind unter den internationalen Auszubildenden Berufe wie Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Kfz-Mechatroniker, Friseur, Elektroniker und Bäcker. Die jungen Menschen stammen vorwiegend aus Vietnam sowie aus Ländern wie Syrien, der Ukraine, Venezuela, Afghanistan und dem Irak. Im vergangenen Jahr begannen insgesamt mehr als 5.900 junge Menschen eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf in Sachsen, was einem Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2024 entspricht.

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Spracherwerb als zentrale Herausforderung für die Integration

Als größte Hürde bei der Integration nennt die Branche den Spracherwerb. „Für den Berufsschulunterricht, das Verstehen von Arbeits- und Sicherheitsanweisungen oder die Kommunikation mit Kunden, Kollegen und Vorgesetzten sind fundierte Deutschkenntnisse unerlässlich“, erklärte Nostitz. Trotz dieser Herausforderung zeigt sich der Sächsische Handwerkstag optimistisch. „Die Zahlen sind sehr erfreulich. Dennoch werden wir weiter auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen sein, um den Bedarf zu decken“, so Nostitz weiter.

Wirtschaftliche Bedeutung und zukünftige Perspektiven

Der Sächsische Handwerkstag vertritt mehr als 54.000 Handwerksbetriebe im Freistaat mit rund 280.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von knapp 36 Milliarden Euro. „Das Handwerk steht bereit, seinen Anteil an der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu leisten“, sagte Nostitz. „Dafür brauchen die Unternehmen vor allem Verlässlichkeit und Rechtssicherheit.“ Der Bedarf an Arbeitskräften dürfte nach Einschätzung der Branche in den kommenden Jahren weiter steigen, was die Bedeutung internationaler Nachwuchskräfte zusätzlich unterstreicht.

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