Sachsens Kultusminister schlägt vor: Bundespräsident soll ins Aschenbrödel-Schloss Moritzburg ziehen
Steinmeier ins Aschenbrödel-Schloss? Sachsens Vorschlag für Amtssitz

Sachsens Kultusminister fordert: Steinmeier soll ins Aschenbrödel-Schloss ziehen!

Malerisch: Das ehemalige Jagdschloss Augusts des Starken nahe Dresden soll Amtssitz des Bundespräsidenten werden. Ein bisschen Regen durchs Dach, kaputte Lüftung, Brandschutz mit Ausnahmegenehmigung – und bei Staatsbesuchen stehen Scharfschützen auf den Nachbardächern, damit es nicht ganz so zieht. Willkommen im Schloss Bellevue, dem wohl prominentesten Sanierungsfall der Republik.

Milliardenschwere Sanierung und provisorischer Umzug

Jetzt ist klar: Mindestens 601 Millionen Euro soll die Grundsanierung kosten. Rechnet man Baupreissteigerungen (71 Millionen) und Risikoreserve (188 Millionen) dazu, kratzt das Projekt an der Milliardenmarke. Acht Jahre Bauzeit gelten als realistisch. Acht Jahre! Das ist länger als so manche Legislaturperiode – und kann auch für zwei neue Bundespräsidenten reichen. Noch im Sommer heißt es deshalb: Koffer packen! Der Hausherr zieht in einen inzwischen errichteten Büro-Modulbau an der Spree, gegenüber vom Kanzleramt. Kostenpunkt für das Ausweichquartier: rund 200 Millionen Euro. Pomp? Fehlanzeige. Statt Parkett und Parkanlage gibt’s Teppichfliesen und Teeküche.

Modulbau unwürdig: Sachsens Alternativvorschlag

Modulbau unwürdig! Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) findet: Das ist unwürdig! Ein Bundespräsident im Behelfsbau? Bitte nicht! Und so bringt er eine Idee ins Spiel, die selbst Grimms Märchen blass aussehen lässt: Warum nicht ins Schloss Moritzburg ziehen? Ja, genau das – das Aschenbrödel-Schloss! Das geht auf ein Jagdhaus des Herzogs Moritz von Sachsen aus dem 16. Jahrhundert zurück, seine heutige barocke Pracht verdankt es jedoch August dem Starken. Der Kurfürst von Sachsen und König von Polen ließ das Anwesen ab 1723 zu einem monumentalen Jagd- und Lustschloss umbauen. Auf einer künstlichen Insel inmitten eines weitläufigen Teichs gelegen, wurde Moritzburg zum glanzvollen Schauplatz höfischer Feste, prunkvoller Jagden und politischer Inszenierung. Passt also alles für Steinmeier!

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Barockschloss ist Präsidenten-erprobt

Barockschloss Moritzburg statt Modulbau. Kutschfahrt statt Kanzleramtsblick. Barocke Kulisse statt Bürohaus. Und das Ganze auch noch mit politischer Botschaft: Ein zeitweiliger Amtssitz im Osten – das Signal schlechthin für gelebte Einheit. Außerdem liegt Moritzburg nur rund anderthalb Autostunden von Berlin entfernt. Pendeln mit Präsidentenlimousine statt mit dem Schimmel – organisatorisch also machbar. Der Staatsbesuch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) 2024 fand mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) und Sachsen-Regent Michael Kretschmer (50) auch in Moritzburg statt.

Vorteile gegenüber dem maroden Bellevue

Apropos passt: In Bellevue fehlt es derzeit an Tragfähigkeit – Decken müssen Besucherlimits ertragen, das Dach ist undicht, die Sicherheitsstandards sind überholt. In Moritzburg dagegen steht alles prächtig da, zumindest fürs Kino. Dass dort keine unterirdischen Technikgänge für Explosionsschutz eingebaut sind, dürfte sich notfalls nachrüsten lassen. Bei fast einer Milliarde Sanierungskosten in Berlin wirkt selbst eine goldene Kutsche wie eine Sparmaßnahme.

Entscheidung liegt beim Haushaltsausschuss

Am Ende entscheidet natürlich nicht das Märchenbuch, sondern der Haushaltsausschuss. Doch die Vorstellung hat Charme: Ein Bundespräsident, der für acht Jahre zwischen Jagdschloss und Schlossteich residiert – während in Berlin gebohrt, gehärtet und gedämmt wird. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens setzt sich damit für eine würdige und symbolträchtige Lösung ein, die über den reinen Pragmatismus hinausgeht.

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