Thüringens Kurorte als Wirtschaftsmotor: 160 Millionen Euro für Infrastruktur bis 2028
Die Heilbäder und Kurorte in Thüringen bereiten sich auf eine umfangreiche Modernisierung ihrer Infrastruktur vor. Bis zum Jahr 2028 sind Investitionen in Höhe von rund 160 Millionen Euro geplant, wie der Thüringer Heilbäderverband mitteilte. Diese Mittel sollen gezielt in die Aufwertung von Thermalbädern, Gesundheitsangeboten, Wegenetzen sowie Stellplätzen für Wohnmobile fließen.
Wirtschaftliche Bedeutung der Kurorte im Freistaat
Eine aktuelle Studie einer Freizeit- und Tourismusberatungsgesellschaft unterstreicht die immense wirtschaftliche Relevanz der 18 Heilbäder und Kurorte in Thüringen. Im Jahr 2024 erwirtschafteten diese Orte eine touristische Wertschöpfung von etwa 448 Millionen Euro. Diese Summe sichert rechnerisch rund 15.000 Vollzeitstellen und unterstreicht die zentrale Rolle der Kurorte für die regionale Wirtschaft.
Die Bruttoumsätze, die durch Urlauber, Tagesgäste und Klinikpatienten generiert wurden, beliefen sich laut Studie auf 814 Millionen Euro. Die Verteilung dieser Umsätze zeigt ein klares Bild: 42 Prozent entfielen auf Beherbergung und Gastronomie, während 28 Prozent dem Einzelhandel zugutekamen. Weitere 30 Prozent flossen in Freizeit-, Transport- und Dienstleistungsangebote.
Touristische Kennzahlen und regionale Vorteile
Mit jährlich etwa 2,5 Millionen Übernachtungen generieren die Heilbäder und Kurorte ein Viertel aller touristischen Übernachtungen in Thüringen. Besonders bemerkenswert ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 5,2 Tagen, die damit doppelt so hoch liegt wie der Landesdurchschnitt. Zusätzlich sorgen rund 14 Millionen Tagesgäste für signifikante Umsätze im Handel und in der Gastronomie.
Verbandspräsident Matthias Strejc betonte: „Heilbäder und Kurorte sind Wirtschaftsmotoren für den ländlichen Raum.“ Die Wertschöpfung komme durch Löhne und Steuereinnahmen direkt der Bevölkerung zugute. Darüber hinaus profitieren Einheimische von Einrichtungen wie Thermalbädern, Gradierwerken, Kurparks oder Kneippanlagen, die sowohl für Gäste als auch für Bewohner gleichermaßen zugänglich sind.
Doppelte Wirkung der Investitionen
Strejc wies darauf hin, dass Investitionen im ländlichen Raum eine doppelte Wirkung entfalten: Sie stärken die touristische Wettbewerbsfähigkeit und erhöhen gleichzeitig die Attraktivität der Orte als Wohn- und Arbeitsstandorte. Diese Strategie soll nicht nur den Tourismus ankurbeln, sondern auch die Lebensqualität für die ansässige Bevölkerung nachhaltig verbessern.
Die geplanten Investitionen bis 2028 markieren somit einen wichtigen Schritt, um die wirtschaftliche Stabilität und touristische Anziehungskraft Thüringens langfristig zu sichern. Durch die gezielte Förderung von Infrastruktur und Gesundheitsangeboten positionieren sich die Kurorte als zentrale Säulen der regionalen Entwicklung.



