Thüringens Regionalzüge: Pünktlichkeit sinkt dramatisch - Ausfälle nehmen zu
Thüringer Regionalzüge: Immer unpünktlicher, mehr Ausfälle

Thüringens Regionalzüge: Pünktlichkeit sinkt dramatisch - Ausfälle nehmen zu

Noch bis vor wenigen Jahren konnten sich Fahrgäste in Thüringen auf einen zuverlässigen Regionalverkehr verlassen. Regelmäßig erreichten die Züge Pünktlichkeitswerte von über 95 Prozent. Diese Zeiten sind jedoch vorbei, wie aktuelle Zahlen des Thüringer Infrastrukturministeriums belegen.

Besorgniserregender Abwärtstrend bei der Pünktlichkeit

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt einen deutlichen Negativtrend. Während im Jahr 2021 noch beeindruckende 96 Prozent aller Regionalzüge pünktlich unterwegs waren – wobei Verspätungen bis zu fünf Minuten als pünktlich gelten – sank dieser Wert bis 2024 auf nur noch 89,1 Prozent. Für das vergangene Jahr liegen zwar noch keine offiziellen Zahlen vor, doch die Tendenz bleibt besorgniserregend.

Zugausfälle nehmen deutlich zu

Nicht nur die Verspätungen haben zugenommen, auch die Zahl der Zugausfälle ist gestiegen. Im Jahr 2024 fielen bereits 8 Prozent der vom Land bestellten Zugkilometer aus. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag diese Quote noch bei 6,9 Prozent. Ein Großteil dieser Ausfälle war zwar vorab geplant, beispielsweise aufgrund von notwendigen Bauarbeiten, und wurde oft durch Ersatzverkehr kompensiert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Besonders problematisch sind jedoch die kurzfristigen Ausfälle, die sich für Fahrgäste nicht vorhersehen lassen. Diese haben sich binnen eines Jahres um etwa 25 Prozent erhöht. Als Hauptursache nennt das Ministerium fehlendes Personal, wobei auch Streiks eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben.

Personalsituation und Baumaßnahmen als zentrale Faktoren

Die Personalsituation im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) habe sich inzwischen zwar stabilisiert, insbesondere bei den Lokführern, wie das Infrastrukturministerium mitteilt. Dennoch seien einzelne personalbedingte Zugausfälle auch in Zukunft nicht immer vermeidbar, etwa bei größeren Krankheitswellen oder ungewöhnlich vielen Personalabgängen.

Parallel dazu gehen die umfangreichen Bauarbeiten an der Bahninfrastruktur weiter. „Für das System Bahn sei das gut“, betont das Ministerium, räumt aber ein: „Leider führen Baumaßnahmen regelmäßig dazu, dass Zugleistungen ausfallen.“ Durch das Bündeln von Bauarbeiten sollen die Auswirkungen zumindest geringer und besser planbar werden.

Ministerium räumt Probleme ein

Das Infrastrukturministerium zeigt sich selbstkritisch: „Die aktuelle Pünktlichkeit im SPNV ist hingegen nicht zufriedenstellend und hat sich gegenüber früheren Jahren leider verschlechtert“, heißt es in einer Stellungnahme. Als Gründe werden genannt:

  • Verspätungen durch den Fernverkehr
  • Viele gleichzeitige Baustellen
  • Eine anfällige Infrastruktur

Die Situation stellt eine erhebliche Belastung für Pendler und Reisende in Thüringen dar, die auf einen funktionierenden Nahverkehr angewiesen sind. Ob sich die Pünktlichkeitswerte in naher Zukunft wieder verbessern werden, bleibt angesichts der genannten Herausforderungen fraglich.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration