Chinas Tischtennis-Nationalmannschaft der Männer hat bei der Team-Weltmeisterschaft in London eine historische Niederlage erlitten. Im zweiten Gruppenspiel unterlag der Serienweltmeister Südkorea mit 1:3. Es war die erste WM-Niederlage für die chinesischen Männer seit 26 Jahren – zuletzt verloren sie im WM-Finale 2000 in Kuala Lumpur gegen Schweden.
Die Dominanz Chinas bröckelt bereits seit Monaten. Mit Ma Long und Fan Zhendong beendeten zwei der erfolgreichsten Spieler der Geschichte ihre Nationalmannschaftskarrieren. Neben dem aktuellen Weltmeister Wang Chuqin steht nur noch ein weiterer Chinese in den Top Ten der Weltrangliste. Richard Prause, Sportvorstand des Deutschen Tischtennis-Bundes, sagte: „Ich will nicht sagen, dass der Serienweltmeister China ins Straucheln geraten ist. Aber er wirkt ein bisschen angreifbarer.“
Die deutschen Teams starteten mit gemischten Ergebnissen in die WM. Die Männer überraschten mit einem 3:2-Sieg gegen Japan, verloren aber am Abend gegen Frankreich mit 1:3. Die Frauen besiegten Frankreich mit 3:1 und England mit 3:0. Die 19-jährige Annett Kaufmann zeigte sich nach ihrem ersten Einsatz optimistisch: „Bei der EM habe ich das erste Spiel auch mit 3:2 gewonnen und danach war es eine sensationelle EM. Hoffen wir, dass es sich hier auch so entwickelt.“
Die WM in London feiert das 100-jährige Jubiläum der ersten Tischtennis-WM von 1926. Der Weltverband ITTF führte einen neuen Modus ein, der vielfach kritisiert wird. Die besten sieben Teams und Gastgeber England greifen erst am Wochenende ein. Der deutsche Verband beschwerte sich in einem offiziellen Brief über das Format, das zu lang, zu kompliziert und zu belastend sei. Dimitrij Ovtcharov sagte: „Du kannst die ersten drei Spiele verlieren und immer noch Weltmeister werden. Du kannst aber auch alle drei gewinnen und hast noch nichts erreicht.“



