Matthijs de Ligt ist zurück auf dem Trainingsplatz. Nach über drei Monaten Pause und wiederholten Rückschlägen nimmt der ehemalige Bayern-Profi Kurs auf sein Comeback. Es ist ein Bild, das bei Anhängern von Manchester United für kollektives Aufatmen sorgt: Der niederländische Innenverteidiger wurde am Donnerstagnachmittag erstmals seit Monaten beim individuellen Training im Carrington Training Centre gesichtet.
Ein Lichtblick nach langer Leidenszeit
„Die harte Arbeit geht weiter. Mach weiter so, Matta – wir stehen voll und ganz hinter dir“, schrieb der Klub zu dem Trainingsbild. Für den 26-Jährigen ist es der Startschuss zu einem dramatischen Endspurt, denn hinter dem Niederländer liegt die wohl rätselhafteste und härteste Phase seiner bisherigen Karriere. Nach seinem letzten Einsatz für Manchester United Ende November 2025 war de Ligt aufgrund einer hartnäckigen Rückenverletzung komplett von der Bildfläche verschwunden.
Fehldiagnose mit Folgen
Dabei erwies sich die erste Diagnose als folgenschwerer Irrtum: Der damalige United-Coach Ruben Amorim bezeichnete die Verletzung zunächst noch als „Kleinigkeit“ und stellte eine baldige Rückkehr in Aussicht. Eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellen sollte. Aus der vermeintlichen Kleinigkeit wurde eine über dreimonatige Leidenszeit, in der de Ligt kein einziges Spiel für die Red Devils bestreiten konnte.
Rückschläge und die Hölle auf Erden
Dass der Weg zurück auf den Rasen so lange dauerte, lag vor allem an der tückischen Natur der Verletzung. Mehrfach schien ein Comeback in greifbarer Nähe, doch immer wieder erlitt der Innenverteidiger bittere Rückschläge. De Ligt soll in dieser Zeit „die Hölle durchgemacht“ haben, heißt es in englischen Medien. Erst Mitte März gab es den ersten echten Lichtblick, als er am 13. März wieder erste Gym- und Reha-Einheiten absolvieren konnte. Die nun veröffentlichten Bilder vom Trainingsplatz unterstreichen: Die Leidenszeit neigt sich dem Ende zu.
Das fehlende Puzzleteil in Manchester
Der Zeitpunkt der Verletzung hätte kaum bitterer sein können. De Ligt war in Manchester gerade dabei, zum neuen Gesicht der Defensive aufzusteigen. Die englische Presse feierte ihn als das „fehlende Puzzleteil“, der die wackelige United-Hintermannschaft endlich stabilisiert habe. Die Fans krönten ihn im November sogar zum „Player of the Month“.
Bayern München: Wehmut und Realität
In München wird die Personalie de Ligt derweil immer noch mit einer Mischung aus Wehmut und kühler Analyse verfolgt. Viele Fans haben den Verkauf im vergangenen Sommer nicht verarbeitet; für sie bleibt der Niederländer die Identifikationsfigur, die man niemals hätte ziehen lassen dürfen. Sportlich sieht die Realität an der Säbener Straße jedoch nüchterner aus. Entgegen vieler Prognosen hat Vincent Kompany eine Defensive geformt, die auch ohne de Ligt eine klare Hierarchie besitzt. Bayern beweist Stärke ohne seinen einstigen Fan-Liebling.
WM-Mission in Gefahr: Das Oranje-Dilemma
Die größte Baustelle wartet nun jedoch auf internationalem Parkett. In den Niederlanden wird de Ligts Genesungsprozess mit Argusaugen beobachtet. Medien wie Voetbal International sprechen bereits von einem „Wettlauf gegen die Zeit“ mit Blick auf die WM 2026. Das Problem: In der Elftal war de Ligt unter Ronald Koeman keineswegs immer gesetzt. Mit Virgil van Dijk und Nathan Aké ist die Konkurrenz gewaltig. Ohne Spielpraxis ist sein Platz im WM-Kader alles andere als sicher, denn Koeman gilt als Trainer, der physische Top-Verfassung über große Namen stellt.
Für Matthijs de Ligt ist das Training in Carrington nun der erste Schritt, um eine Saison mit Höhen und Tiefen doch noch zu retten.



