Für viele Fans und Experten kam der Schritt überraschend. 2023 hatte Trainer Anton Gavel (41) sensationell mit Ratiopharm Ulm die Deutsche Meisterschaft geholt. Trotzdem verließ er den EuroCup-Vertreter im Jahr darauf und kehrte zu seinem Heimatverein Bamberg zurück. Der ehemalige Vorzeige-Klub der Easycredit Basketball Bundesliga war zu dem Zeitpunkt heruntergewirtschaftet und spielte gegen den Abstieg. Ein wesentlicher Grund für den Wechsel war damals für Gavel seine Familie, die in Franken verwurzelt ist. Nun überraschten ihn seine Frau und die Kinder mit einer rührenden Liebeserklärung.
Die emotionale Überraschung
Während einer Video-Sitzung mit der Mannschaft wurden plötzlich kuriose Wutausbrüche von Gavel aus der Saison eingeblendet. Dann der harte Schnitt – auf einmal war seine Familie auf dem Bildschirm zu sehen! „Hallo Papa! Eine Frage: Weißt du eigentlich, wer Trainer des Jahres geworden ist?“, fragten seine süßen Kinder. Dann gaben sie die Antwort: „Du, Papa!“ Seine Frau ergänzte: „Herzlichen Glückwunsch, Schatz, wir sind sehr stolz auf dich!“
Der Deutsch-Slowake wurde mit 78,2 Prozent der Stimmen erwartungsgemäß zum Trainer des Jahres der BBL gewählt. Und ist damit nach den beiden Ex-Bundestrainern Dirk Bauermann (2002/03 und 2003/04) und Chris Fleming (2010/11) der dritte Bamberger Coach, dem diese Ehre zuteil wird. Stimmberechtigt waren die 18 Kapitäne und Co-Trainer der Liga, 140 Journalisten sowie fünf Ex-Profis.
Eine besondere Auszeichnung
Gavel hat in seiner Laufbahn schon viele Titel und Auszeichnungen erhalten. Als Spieler holte er mit den BMA365 Bamberg Baskets und dem FC Bayern fünf Deutsche Meisterschaften und viermal den Pokal. Zudem ehrte ihn die BBL als besten Nachwuchsspieler (2005/2006), besten Verteidiger (2011/12, 2012/13) und Final-MVP (2012/13). Doch DIESE Ehrung geht ihm besonders ans Herz. Gavel war sichtlich gerührt, wischte sich durchs Gesicht, nachdem seine Lieben das Ergebnis verkündet hatten.
Gavel lebt Basketball, schaut manchmal sogar auf mehreren Bildschirmen parallel Spiele. Mit Akribie und Hingabe führte er Bamberg Ende Februar so überraschend zum Pokal-Sieg – und nach vier Jahren zurück in die Play-offs. Und das mit dem kleinsten Spieleretat (1,46 Mio. Euro) der Liga! Das blieb auch der Konkurrenz nicht verborgen: Gavel gilt als heißer Kandidat bei seinem Ex-Klub FC Bayern als Nachfolger von Svetislav Pešić (76, hört nach der Saison auf).



