Nürnberg – Immer dann, wenn der Druck und die Abstiegsangst beim 1. FC Nürnberg am größten sind, schlägt die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose zurück. Mit einem 1:0-Heimsieg über den 1. FC Magdeburg sicherten sich die Franken am vorletzten Spieltag vorzeitig den Klassenerhalt. Es war bereits der fünfte Sieg in dieser Saison, der unter besonderem Druck errungen wurde.
Fünfter Befreiungsschlag unter Druck
Der Weltmeister von 2014 ließ seine Kritiker erneut mit einem überlebenswichtigen Dreier verstummen. Zuvor hatte der FCN mit Siegen gegen Bochum (2:1), Düsseldorf (3:2), Hannover (2:1) und Kiel (3:2) jeweils die drohende Unruhe abgewendet. Die Bedeutung des Magdeburg-Siegs unterstrich die Tabellensituation: Nach den Ergebnissen des vorherigen Wochenendes hätte eine weitere Heimniederlage den Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf nur vier Punkte schrumpfen lassen. Ein Zitter-Endspurt hätte gedroht.
Klose verteidigt Spielstil
Für Verwunderung sorgte Kloses Einschätzung der ersten Halbzeit, die von den meisten Beobachtern als spielerisch schwach bewertet wurde. Der Trainer zeigte sich dennoch zufrieden: „Ich sehe sehr viel Potenzial in meiner Mannschaft, gerade wenn man sieht, wie sie durch die Täler gegangen ist. Im Fußball ist das normal, nur dadurch wirst du besser. Das, was uns ausmacht, ist das Spiel mit dem Ball. Und es ist nur weniger geworden, weil wir auch Variationen mit langen Bällen eingestreut haben. Ich sehe die Mannschaft jeden Tag und weiß, was die Jungs leisten, und deswegen gibt es ein Kompliment von mir.“
Kritik als Lernprozess
Mit Unverständnis reagierte Klose auf die zunehmende Kritik an seiner Spielphilosophie. „Bei der deutschen Nationalmannschaft hat man gesagt, es gibt 83 Millionen Nationaltrainer. Aber letztendlich geht es darum: Wie gehen wir als Kreis mit solchen Sachen um? Zum Lernen gehört Kritik dazu, und jeder, der mich kennt, weiß, dass ich der schärfste Kritiker bin. Bei mir und bei allen anderen“, stellte der 47-Jährige klar.



