NBA-Pleite der Magic: 45 Horror-Minuten mit Negativrekorden
NBA-Pleite der Magic: 45 Horror-Minuten

Die Orlando Magic haben ohne den verletzten Franz Wagner Playoff-Geschichte in der NBA geschrieben – aber nicht auf die Weise, die sich ihre Fans erhofft hatten. Die Mannschaft unterlag den Detroit Pistons nach einem unfassbaren Einbruch noch mit 79:93 und muss nun in das entscheidende siebte Spiel der Serie.

Einbruch im dritten Viertel

Lange Zeit sah es so aus, als ob die Magic den Coup perfekt machen und das beste Team der Eastern Conference in der ersten Runde ausschalten würden. Zur Halbzeit führten sie mit 60:38, und nach einem Korberfolg zu Beginn des dritten Viertels betrug der Vorsprung sogar 24 Punkte. Doch dann klappte nichts mehr. Die Pistons kämpften sich heran, und als sie bereits auf zehn Punkte herangekommen waren, gab es kurz Hoffnung für Orlando: Der deutsche Nationalspieler Tristan da Silva (zehn Punkte) und Anthony Black trafen zwei Dreier und bauten die Führung auf 16 Zähler aus. Was keiner der Magic-Fans zu diesem Zeitpunkt ahnen konnte: Sie sollten in den nächsten 45 Minuten (realer Zeit) keinen weiteren erfolgreichen Korbversuch ihres Teams aus dem Spiel sehen.

Negativrekorde gebrochen

Die Magic stellten tatsächlich einen Playoff-Rekord auf, da sie 23 Würfe in Folge nicht trafen. Nur von der Freiwurflinie gab es ab und an einen Punkt, bis Starspieler Paolo Banchero gut zwei Minuten vor Ende der Partie wieder einmal einen Wurf aus dem Feld traf. Banchero versenkte an diesem Abend vier von 20 Versuchen aus dem Spiel, von seinen neun Dreierversuchen fand keiner sein Ziel. Bei seinen Teamkollegen lief es allerdings auch nicht viel besser: Im Schlussviertel blieb Bancheros Zwei-Punkte-Wurf der einzige erfolgreiche bei 20 Versuchen aus dem Feld – eins aus 20. Insgesamt traf Orlando in der zweiten Hälfte nur vier von 37 Würfen, was laut ESPN die schlechteste Feldwurfquote in einer Halbzeit der regulären Saison oder der Playoffs mit mindestens 35 Versuchen seit Beginn der Spielprotokollierung (1997/98) ist. Seit dieser genaueren Datenerfassung ist Orlando – das erneut auf Moritz Wagner verzichtete – auch das erste Team, das den Matchball in einer Playoff-Serie in einem Heimspiel nach einer Führung von mindestens 24 Punkten noch verspielt.

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Reaktionen und Ausblick

Auch ESPN wusste kaum, wie man beschreiben sollte, was sich in der zweiten Hälfte abgespielt hatte: „Verblüffend reicht bei weitem nicht aus, um den epischen Einbruch der Offensive der Magic zu beschreiben.“ Statt den Topgesetzten in Runde eins überraschend zu besiegen, droht nun eine Niederlage nach einer 3:1-Führung. „Niemals aufgeben, so einfach ist das. Das ist der Detroit-Kampfgeist, genau darüber haben wir das ganze Jahr gesprochen“, sagte Cade Cunningham, der mit 32 Punkten bester Werfer der Partie war. Die Magic hoffen für Spiel sieben am Sonntag in Detroit auf die Rückkehr von Franz Wagner, sein Einsatz ist jedoch fraglich. Berichtet wurde von einer Wadenzerrung, der 24-Jährige saß aber mit einem Walking Boot auf der Bank, was Spekulationen hervorrief, ob das Problem doch größer ist.

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