Kultiges Eiscafé Hahn in Klueß: Seit 33 Jahren ein Erfolg
Eiscafé Hahn: 33 Jahre Erfolg in Klueß (10.05.2026)

Seit drei Jahrzehnten ist das Eiscafé Hahn in Klueß eine feste Institution. An der Straße zwischen Teterow und Güstrow halten nicht nur Prominente und Trabant-Fahrer, sondern auch ganz normale Gäste. Wenn die Sonne scheint, sind alle gleich: Sie genießen seit Jahren das hausgemachte Eis. Seit 33 Jahren existiert das Eiscafé Hahn nun schon. Gerüchte, dass das beliebte Traditionscafé in diesen Krisenzeiten schließen müsse, schmelzen angesichts des Erfolgs dahin.

Das Geheimnis des Softeises

Der absolute Renner ist das Softeis. Es besteht nicht aus dem oft angebotenen Fertigmix mit Wasser. Die Familie Hahn und ihre Mitarbeiter verbrauchen pro Woche 300 Liter Milch für ihr selbst pasteurisiertes Eis. „Die Leute sind da ganz sensibel. Die merken, dass Milch, Zucker und Sahne drin ist“, sagt Wilfried Hahn, ohne das Geheimrezept zu verraten.

Für das nötige Know-how reist die Familie Hahn nicht nur in den Urlaub nach Italien, sondern auch nach Longarone zur Eismesse und besucht Eisseminare in München. Innovation ist wichtig: In dieser Saison gibt es Eis aus indischer Mangopaste. Wilfried Hahn hat eine besondere Beziehung zu Indien, da er früher Geschäftsführer der Forstbaumschule in Klueß war und dort viele indische Arbeiter unterwies.

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Kreative Eiskreationen und besondere Angebote

„Wir schauen uns viele internationale Rezepte ab“, erzählt Wilfried Hahn. So gibt es selbstgebackene Brüsseler Waffeln und als Kaffeespezialität den Barraquito aus Teneriffa: gezuckerte Kondensmilch, Licor 43, Espresso, geschäumte Milch, Zitronenschale und Zimt. Für die vierbeinigen Gäste gibt es Bello Hunde-Eis, ohne Zucker und laktosefrei.

Original-Bilder von Künstlern wie Lars Lehmann schmücken das Café. Selbst auf der Toilette spielt das Eiscafélied der Hausband Nitebrain aus Güstrow. Ursprünglich wollten die Hahns den frei gewordenen Backwarenladen in Klueß weiterführen, doch weil seine Frau gerne Eis aß, ließen sie sich vom „Eiskönig“ Kloth in Güstrow in die Geheimnisse der frostigen Süßigkeit einweihen.

Mitarbeiter aus aller Welt

„Insgesamt haben wir hier schon über 200 Leute verschiedenster Nationen beschäftigt“, erzählt Wilfried Hahn. „Sie kamen aus Polen, Rumänien, Ungarn, Litauen, sogar Venezuela und Ägypten. Manche Mitarbeiter sind schon über 20 Jahre hier.“ Seit der Jahrtausendwende gibt es jedoch Probleme, Personal zu finden. Die hohen Lohnnebenkosten erschweren Einstellungen. Um dem Personalmangel zu begegnen, wurde auf der Terrasse Selbstbedienung eingeführt. Auch den Pavillon in Güstrow verpachtete die Familie nach 15 Jahren.

Herausforderungen der Gastronomie

Weitere Sorgen plagen das kleine Unternehmen: die hohen Energiekosten und gestiegene Preise für Früchte wie Himbeeren. Ein kleineres Problem war das Verbot von Plastiklöffeln im letzten Jahr. „Es gab die aus Holz, aber das schmeckt wie beim Arzt, wenn man A sagen muss“, merkt Sohn Matthias an. Der Junior wird das Geschäft übernehmen. Alles funktioniere gut im Familienverbund, sagt Wilfried Hahn, der als Rentner bei seiner Frau angestellt ist.

Treffpunkt für viele

Viele Gäste kommen nur wegen des Softeises oder Klassikern wie Pflaumeneis. Angestellte der Malchiner Landesforst treffen sich hier, Motorradcliquen aus Hamburg, Autofahrer auf dem Weg nach Rostock, die von der nahen Autobahn abbiegen, und Lkw-Fahrer, die an der Straße halten. Sogar Schauspielerin Kathrin Saß, Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering und Innenminister Lorenz Caffier ließen sich das Eis schmecken. „Einmal stand hier alles voller Polizei. Ich habe schon einen gehörigen Schreck gekriegt“, erzählt der Senior. „Dabei waren es Polizeischüler, die zur Belohnung ein Eis bekommen haben.“

Diese Geschichten möchte Wilfried Hahn nicht missen. Er will hier arbeiten, bis er 90 ist. „Das ist in 20 Jahren“, schmunzelt er.

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