Rund 100 Menschen haben am Sonntag, 10. Mai, in Schwerin an der internationalen Aktion Kidical Mass teilgenommen. Die bunte Fahrradkolonne setzte ein leises, aber deutliches Signal für eine fahrradfreundlichere Stadt. Organisiert vom Schweriner Radentscheid, forderten die Teilnehmenden sichere Straßen für Kinder, selbstständige Mobilität und ein gerechteres Miteinander im Verkehr.
Start am Bahnhof: Bunte Kolonne durch die Stadt
Die Demonstration startete am Hauptbahnhof und führte über die Lübecker Straße, den Obotritenring und am Wittenburger Tor vorbei bis zum Südufer des Lankower Sees. Dort erwartete die großen und kleinen Radfahrer ein Kuchenbuffet, Getränke und Spielmöglichkeiten. Die Polizei begleitete die Tour mit Streifenwagen und Diensträdern. „Unser Motto lautet: Straßen sind für alle da“, betonte Madleen Kröner, Initiatorin des Schweriner Radentscheids. Ziel sei es, dass Kinder, Jugendliche und Senioren sich sicher mit dem Fahrrad oder zu Fuß durch die Stadt bewegen können.
Zehnte Kidical Mass in Schwerin: Forderungen nach besserer Infrastruktur
Bereits zum zehnten Mal fand die Kidical Mass in der Landeshauptstadt statt. Der Radentscheid fordert eine gerechtere Verteilung der Verkehrsflächen. „Die Bedürfnisse von Radfahrern und Fußgängern müssen bei der Planung endlich mitgedacht werden“, so Kröner. Die Unfallzahlen in Schwerin steigen: Im vergangenen Jahr gab es 3.291 Verkehrsunfälle, 7,1 Prozent mehr als 2024. Drei Menschen starben, darunter ein Radfahrer. Der Ausbau der Infrastruktur, die Verkehrsarten trennt und Fehler verzeiht, sei dringend nötig.
Polizei auf dem Rad: E-Bikes im Streifendienst
Die Polizei war dieses Mal selbst mit dem Fahrrad unterwegs. Oberkommissar Jonny Behme erklärte, dass die Beamten im Revier drei E-Bikes nutzen, um Streifenfahrten zu machen und auch schwer erreichbare Ecken zu patrouillieren. „Manchmal gibt es eine Verwarnung, manchmal auch nur eine Ermahnung“, sagte Behme. Die Aktion zeige, dass Polizei und Radfahrer gemeinsam für Sicherheit sorgen können.
Teilnehmer berichten: Sichere Fahrt ohne Angst
Uwe Friedrizik, seit 30 Jahren in Schwerin lebend und ohne Auto, betonte: „Die Aktion soll zeigen, dass man mit dem Fahrrad die Straße nutzen kann, auch mit Kindern.“ Er fahre täglich Rad und wünsche sich, dass auch andere von guten Radwegen profitieren. Paul Lesky-Willim kam mit seiner Familie: „Für die Kids ist es super, sie können einmal auf der Straße fahren, ohne Angst vor Autos. Und das Wetter passt, also rauf auf den Sattel.“
Weltweite Bewegung für sichere Städte
Die Kidical Mass ist Teil einer globalen Bewegung. Über 1.000 lokale Gruppen setzen sich mit Fahrraddemos, Schulstraßen und kreativen Aktionen für sichere und lebenswerte Städte ein. Die Vision: Menschen jeden Alters sollen sich sicher und selbstständig bewegen können. Am Ende des Tages blieb in Schwerin nicht nur die Freude über eine gelungene Aktion, sondern auch der Wunsch nach Veränderung – nach einer Stadt, in der Radfahren selbstverständlich und sicher ist.



