Alba Berlin erzwingt fünftes Finale gegen Bayern München
Alba Berlin erzwingt fünftes Finale gegen Bayern

Alba Berlin erzwingt Entscheidungsspiel in München

Mitte des dritten Viertels war die Max-Schmeling-Halle plötzlich ziemlich leise. Nach einem Fehlpass von Jack Kayil rannte Isiaha Mike allein in Alba Berlins Hälfte und stopfte den Ball mit aller Gewalt in den Korb. Bayern München führte erstmals in diesem Spiel zweistellig, und es sah aus, als würde diese Finalserie ihrem Ende entgegengehen.

Knapp zehn Minuten später hüpften und schrien die Berliner unter den 8899 Zuschauenden vor Ekstase. Mit einem furiosen Lauf kämpfte sich Alba zurück ins Spiel und siegte am Ende eines erneut mitreißenden Finales 71:61 (26:23, 16:22, 16:9, 13:7). In der Serie um die deutsche Meisterschaft steht es nun 2:2. Die Entscheidung fällt am Sonntag (16.30 Uhr) in München.

Ausverkaufte Halle und hitzige Atmosphäre

Wie schon am Mittwoch war die Max-Schmeling-Halle ausverkauft und weitgehend gelb eingefärbt. Mit der Aussicht auf eine Meisterfeier in der Hauptstadt waren ein paar mehr Fans aus München angereist, aber nicht ansatzweise so viele wie im Halbfinale aus Bamberg. Die Berliner Fans gaben dementsprechend von Beginn an den Ton an.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Auf dem Feld gestaltete sich die Angelegenheit wie erwartet deutlich ausgeglichener. Alba startete zwar mit gutem Rhythmus und mehreren erfolgreichen Dreiern, Bayern antwortete jedoch prompt.

Rückkehr von Rathan-Mayes und starker Obst

Nach zwei Spielen ohne jede Einsatzminute kehrte bei den Gästen Xavier Rathan-Mayes zurück, auch weil mit Justinian Jessup ein Guard fehlte. Rathan-Mayes, ein erfahrener Euroleague-Spieler mit ausgeprägtem Scorergen, hatte sich zu Beginn der Serie ein Wortgefecht mit Svetislav Pešić geliefert und war anschließend auf die Bank verbannt worden. Sein Einfluss bei der Rückkehr war wegen zwei schneller Fouls anfangs aber beschränkt. Das ließ sich von Andreas Obst nicht sagen. Nach einem unauffälligen dritten Spiel stand er nun schon zur Halbzeit bei drei erfolgreichen Distanzwürfen. Der Welt- und Europameister hatte im zweiten Viertel großen Anteil daran, dass sich die Münchner erstmals leicht absetzen konnten.

Alba gibt nicht auf

In einer Phase, in der es eigentlich aussah, als würde der Favorit leicht wanken, und in Person von Kapitän Vladimir Lučić zwei Freiwürfe in Folge vergab, leistete sich Alba zu viele Fehler. Die Berliner verloren den Ball, trafen schlechte Entscheidungen und Bayern nutzte das für einen 11:0-Lauf. Erst in den letzten Minuten vor der Pause fingen sich die Berliner wieder und kamen auf 42:45 heran.

Alba gelang es allerdings nicht, diesen Schwung in die zweite Hälfte mitzunehmen, ganz im Gegenteil. Die Mannschaft wirkte gegen die aggressive Münchner Verteidigung unkonzentriert. Beim 52:42 für die Gäste erreichte der Abstand erstmals den zweistelligen Bereich.

Furiose Aufholjagd und glanzvoller Sieg

Eine Vorentscheidung lag in der Luft, doch Alba stemmte sich mit allen Mitteln gegen das drohende Ende des Meistertraums. Punkt für Punkt kämpften sie sich heran und drehten das Spiel mit einem famosen Lauf. Als erst Justin Bean und dann Malte Delow aus der Distanz trafen, erreichte die Stimmung in der Halle ihren Höhepunkt. Die Münchner erzielten in den letzten 5:52 Minuten des dritten Abschnitts nur einen Korb, und so ging Alba mit einer 58:54-Führung ins Schlussviertel.

Dort knüpften beide Mannschaften nahtlos an das vorangegangene Geschehen an. Die Berliner spielten wie im Rausch, Bayern war völlig von der Rolle und traf fünf weitere Minuten überhaupt nicht mehr. Die Fans trauten ihren Augen nicht, prügelten auf ihre Klatschpappen ein und sangen begeistert. Ein weiterer Dreier von Topscorer Bean (17 Punkte) brachte Alba zweistellig in Front. Diesen Vorsprung ließ sich das Team von Trainer Pedro Calles nicht nehmen.

Am Sonntag fällt nun in München die Entscheidung, wer deutscher Meister wird.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration