IOC-Entscheidung: Fliegt der Parallel-Riesenslalom bei Olympia raus?
IOC-Entscheidung: Fliegt der Parallel-Riesenslalom raus?

Die Zukunft einer olympischen Wintersportart entscheidet sich ausgerechnet im Schweizer Hochsommer. In Lausanne kommt ab Mittwoch das IOC zu seiner 146. Vollversammlung zusammen. Im Mittelpunkt steht das von Präsidentin Kirsty Coventry (42) initiierte Reformprogramm „Fit for the Future“. Um die Zukunft geht es auch für die Alpin-Rennen der Snowboarder. Denn der Parallel-Riesenslalom (PGS) könnte aus dem olympischen Programm fliegen.

Wann fällt die Entscheidung?

Seit September 2025 steht die Disziplin auf der Beobachtungsliste – genau wie die nordische Kombination. Nach den Winterspielen von Mailand und Cortina entscheidet das IOC nun final: Bleiben oder streichen? Andreas Scheid, Sportdirektor beim Deutschen Snowboardverband, sagt zu BILD am Sonntag: „Wir hoffen, dass das IOC die Entwicklung, die der Sport seit 2022 genommen hat, wahrnimmt.“

Zwölf Stationen umfasst der Weltcup im kommenden Winter. Bei der letzten WM waren Athleten aus 26 Nationen dabei. In Livigno gingen im Februar die sechs olympischen Medaillen an Sportler aus fünf Ländern. Und Scheid betont: „Wir haben genauso viele Starter bei Männern und Frauen. Der Wettbewerb findet an einem Tag statt. Es gibt eine breite globale Basis an Athleten.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Warum steht PGS auf der Kippe?

Obwohl die Entwicklung stimmt, haben viele Sportler das Gefühl, dass das IOC Platz für neue Wettbewerbe schaffen will. Spekuliert wird über Freeride, Rail Jam und Eisklettern. Der Österreicher Alexander Payer sagte bereits während der letzten Olympia-Ausgabe: „Es zählt nur noch die große Show. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, immer noch kompliziertere Sportarten aufzunehmen.“

Zumal es viele bildgewaltige Snowboard-Disziplinen wie Slopestyle oder Big Air ohne das alpine Snowboarden gar nicht geben würde. „Damit beginnt jeder Snowboarder“, sagt der bulgarische Olympiamedaillengewinner Terwel Samdirow und erklärt: „Bevor man springt, muss man carven können.“ Scheid pflichtet ihm bei: „Die Basisausbildung für alle Disziplinen findet beim Kurvenfahren statt, und deshalb gehört PGS ins Programm.“

Welche Folgen hätte ein Olympia-Aus?

Für viele Verbände hätte ein Olympia-Aus gravierende Folgen. Ohne Olympia keine große Förderung. Scheid warnt: „Da würde uns die wichtigste Säule für Snowboard in Deutschland wegbrechen. Das sind über Jahre gewachsene Strukturen. Ohne die Spiele fällt das alles zusammen wie ein Kartenhaus.“ Stützpunkte könnten schließen, Trainer ihre Jobs verlieren.

Die 20 Athleten aus dem Bundeskader stünden quasi vor dem Karriereaus. Auch Ramona Hofmeister (30), unsere Bronze-Heldin von 2018. Sie hofft auf eine olympische Zukunft, sagt: „Olympia ist ein riesiges Privileg. Ich war bisher bei drei Olympischen Spielen. Ich würde gerne auch ein viertes Mal dabei sein.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration