Wichtiges Signal für den 1. FC Köln
Die Kölner Stadtpolitik sendet ein wichtiges Signal an den 1. FC Köln: Im Bemühen, dem Bundesligisten dringend benötigte neue Trainingsplätze zur Verfügung zu stellen, soll es nun endlich vorangehen. Der langwierige Ausbau-Zoff scheint ein Ende zu haben.
FC-Präsident Jörn Stobbe (60) hatte den Druck auf Stadt und Politik zuletzt bewusst erhöht. Er kündigte an, dass der Verein das geplante Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) definitiv bauen und damit im Frühjahr 2027 beginnen werde. Parallel benötigt der FC jedoch drei neue Trainingsplätze. Stobbe forderte: „Wir erwarten jetzt, dass wir mit der Verwaltung konkrete Plätze besprechen. Die Uhr tickt, und wir platzen aus allen Nähten. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir die nötigen Plätze bekommen. Der Wille, den FC bei diesem Problem zu unterstützen, ist da, und wir werden alle damit überraschen, dass wir es hinkriegen.“
Erste Entscheidung am 2. Juli
Sein Plan scheint aufzugehen. Denn die Kölner SPD-Fraktion hat dafür gesorgt, dass das FC-Thema bei der kommenden Sitzung des Stadtrats am 2. Juli auf der Tagesordnung steht. Die SPD unterbreitet einen Vorschlag, der unter anderem die aufwendige Sanierung von drei Sportplätzen in unmittelbarer Nähe zum Geißbockheim vorsieht. Konkret geht es um zwei Plätze direkt am Fort Deckstein, rund 1,5 Kilometer vom Geißbockheim entfernt, am anderen Ende des Decksteiner Weihers. Der FC würde diese Plätze aus eigener Tasche modernisieren und gemeinsam mit Breitensportvereinen nutzen. Profitieren sollen vor allem die zahlreichen Jugend- und Mädchenmannschaften des FC.
Das Kölner Geißbockheim liegt mitten im Grüngürtel, ein Ausbau direkt vor Ort ist nicht möglich.
Hürde für den FC
Dass das Thema im Stadtrat besprochen wird, ist ein erster Erfolg für den FC. Geschäftsführer Philipp Türoff (50) sagt dazu: „Wir begrüßen den Vorstoß der SPD ausdrücklich. Er ist ein pragmatischer Kompromiss und schafft eine echte Win-win-Situation: Wir nehmen als 1. FC Köln eigenes Geld in die Hand, um veraltete städtische Sportanlagen zu ertüchtigen. Für uns bietet dieses Konzept nach jahrelangen Hängepartien endlich eine Perspektive, um unsere drängende Platznot spürbar zu lindern. Gleichzeitig würde davon auch der Kölner Breitensport profitieren.“
Die letzte und entscheidende Hürde liegt jedoch in der notwendigen Mehrheit für das Projekt rund um diese Satelliten-Plätze. Bislang steht einzig die SPD-Fraktion komplett hinter dem FC, was nicht ausreicht. Türoff appelliert: „Wir hoffen sehr, dass sich die anderen Fraktionen im Stadtrat diesem Weg anschließen und wir dann endlich in die Umsetzung gehen können.“
Der ursprünglich geplante Bau neuer Plätze auf der Gleueler Wiese im Grüngürtel ist vorerst wieder vom Tisch. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) zuletzt eine entscheidende Verhandlung um die Ausbau-Pläne und eine Klage hatte platzen lassen, wird hier frühestens 2027 mit einer Entscheidung gerechnet.



