Draisaitl kritisiert fehlendes Konzept: Deutschlands Olympia-Enttäuschung im Eishockey
Draisaitl kritisiert fehlendes Konzept bei Olympia-Enttäuschung

Draisaitl analysiert Olympia-Debakel: Fehlendes Konzept und überzogene Erwartungen

Kapitän Leon Draisaitl hat mit deutlichen Worten die enttäuschende Olympia-Performance der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft analysiert. Der NHL-Profi der Edmonton Oilers sieht den fehlenden gemeinsamen Spielplan als Hauptgrund für das frühe Ausscheiden im Viertelfinale von Mailand.

„Zu lange gebraucht, um zu finden, was wir sind“

„Auf diesem hohen Niveau ist es einfach zu schwer, wenn nicht alle auf derselben Seite stehen und jeder genau weiß, wie wir spielen wollen“, erklärte Draisaitl nach einem 8:1-Sieg seiner Oilers gegen die Los Angeles Kings. „Ich glaube fest, dass wir viel zu lange benötigt haben, um wirklich zu erkennen, was wir als Mannschaft sind und welchen Spielstil wir verfolgen wollen.“

Der 30-jährige Kölner, der in besagtem Spiel vier Torbeteiligungen verzeichnete, machte keine Ausnahmen bei der Schuldfrage: „Das betrifft wirklich alle Beteiligten. Natürlich hätten auch die Trainer mehr tun können, aber letztendlich sind wir Spieler diejenigen, die auf dem Eis stehen. Wir müssen als geschlossene Einheit unsere beste Leistung abrufen – und genau das ist uns leider nicht gelungen.“

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Überzogene Erwartungen durch NHL-Teilnahme

Besonders kritisch äußerte sich Draisaitl zu den enormen Erwartungen, die durch die Teilnahme der NHL-Profis an den Olympischen Spielen geweckt worden waren. „Da wurden teilweise Aussagen getroffen, die nicht wirklich nachvollziehbar waren. Wir haben in dieser speziellen Konstellation noch nie gemeinsam gespielt, und mit sechs NHL-Spielern hatten wir bei weitem keine Mannschaft voller Superstars“, so der Kapitän.

Dennoch räumte Draisaitl ein, dass auch innerhalb des Teams hohe Erwartungen geherrscht hatten: „Wir waren zweifellos eine sehr gute Mannschaft mit enormem Potenzial. Leider konnten wir dieses Potenzial nicht in der entscheidenden Phase abrufen und mussten daher die Chance auf eine olympische Medaille vergeben.“

Deutschland war bei den Olympischen Winterspielen in Mailand als favorisierte Mannschaft im Viertelfinale an der Slowakei gescheitert. Die Enttäuschung über das frühe Aus ist im deutschen Eishockey-Lager auch Wochen nach dem Turnier noch deutlich spürbar.

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