Sportministerkonferenz erhöht Druck auf DFL bei Stadionsicherheit: Kipppunkt erreicht?
Sportminister erhöhen Druck auf DFL bei Stadionsicherheit

Sportministerkonferenz erhöht Druck auf DFL bei Stadionsicherheit

Die Sportministerkonferenz (SMK) hat nach ihrer jüngsten Sitzung auf Norderney den Druck auf die Deutsche Fußball Liga (DFL) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) beim Thema Stadionsicherheit deutlich erhöht. Die Minister sehen sich aufgrund des Verhaltens der DFL an einem kritischen „Kipppunkt“, wie Hamburgs Sportsenator Andy Grote als Sprecher der A-Länder deutlich machte.

Konstruktive Arbeit in Gefahr

„Wir arbeiten seit einiger Zeit sehr konstruktiv und intensiv daran, dass wir Verbesserungen für ein sicheres Stadionerlebnis erreichen“, erklärte Grote. Allerdings habe die SMK „sehr kritisch diskutiert, dass die DFL einen Beschluss gefasst hat, der den letzten Weg zu einem Konsens bei der neuen Stadionverbotsrichtlinie nicht mitgeht“.

Grote führte weiter aus: „Wir sehen schon die Gefahr, dass wir an einem Kipppunkt sind. Wir wollen das nicht. Wir hoffen, dass eine Einigung möglich ist und die Arbeit, die da reingeflossen ist, zu einem guten Ergebnis führt.“ Durch das Verhalten der DFL sei diese Einigung jedoch „offener“ geworden, betonte der Hamburger Senator.

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Volle Rückendeckung für Innenministerkonferenz

Theresa Schopper, Sportministerin von Baden-Württemberg und Vorsitzende der SMK, sicherte der für das Thema Stadionsicherheit federführenden Innenministerkonferenz (IMK) „volle Rückendeckung“ zu. „Es ist ganz klar, dass wir Ausschreitungen und Gewalt in den Stadien oder drumherum nicht tolerieren“, sagte Schopper entschieden.

„Wir wollen im Sinne der Familien und Fans, die ins Fußballstadion gehen und das genießen wollen, uns das Erlebnis nicht von ein paar Hooligans verderben lassen“, fügte die Ministerin hinzu und unterstrich damit den Schutzbedarf für friedliche Stadionbesucher.

Ziel: Abschaffung der Hochrisikospiele

Sachsens Sportminister Armin Schuster brachte als Sprecher der B-Länder ein klares Ziel auf den Punkt: „Es ist unser Ziel, dass es in Deutschland die Vokabel Hochrisikospiel für ein Fußballspiel nicht mehr braucht.“ Diese Einstufung erzwinge von der Polizeiseite einen immensen Kräfteeinsatz, den man sich in der aktuellen Sicherheitslage nicht leisten könne.

„Es geht mir nicht darum, Rechnungen zu schreiben“, betonte Schuster. „Vielmehr will ich von den Einsatzkosten runter. Das geht, indem man Polizei einsparen kann.“ Dies sei jedoch nur möglich, „wenn die Lageprognose vorher die Vokabel Rot- oder Hochrisikospiel gar nicht mehr kennt, weil es so friedlich ist wie bei vielen anderen Großveranstaltungen“.

Kooperativer Weg gesucht

Grundsätzlich gebe es von Seiten der SMK und IMK „weiter eine riesig ausgestreckte Hand Richtung Fans und organisierten Fußball“, so Schuster. „Aber wir müssen irgendwie einen kooperativen Weg finden.“ Bereits vor der SMK hatten mit Schuster und Herbert Reul die Innenminister der Länder Sachsen und Nordrhein-Westfalen in einem Interview nicht ausgeschlossen, dass Klubs künftig für die Polizeikosten bei Hochrisikospielen aufkommen müssen – eine Forderung, die vom Dachverband der Fanhilfen stark kritisiert wurde.

Die Sportministerkonferenz bleibt damit in einer kritischen Phase mit der DFL, bei der die nächsten Schritte über die Zukunft der Stadionsicherheit in deutschen Fußballstadien entscheiden werden.

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