Historischer Triumph nach zwei Jahrzehnten Wartezeit
Im vierten Anlauf ist es dem deutschen Para-Eishockey-Team endlich gelungen. Bei den Paralympischen Winterspielen in Mailand hat die Nationalmannschaft ihren ersten Turniererfolg gefeiert und zugleich den ersten Sieg bei Winterspielen seit 20 Jahren errungen. In einem atemberaubenden und hochdramatischen Duell setzte sich das Team von Bundestrainer Peter Willmann (58) mit 4:3 gegen die Slowakei durch.
Ein Spiel voller Emotionen und Wendungen
Das Match verlief von Beginn an äußerst spannungsgeladen. Nach einer frühen 2:0-Führung musste das deutsche Team einen zwischenzeitlichen Rückstand hinnehmen. Erst kurz vor Ende der regulären Spielzeit gelang der Ausgleich zum 3:3, der die Partie in die Overtime brachte. In der Verlängerung entschied schließlich das vierte Tor des Tages die Begegnung.
Besonders bemerkenswert: Alle vier deutschen Treffer wurden von einem einzigen Spieler erzielt. Der Hannoveraner Felix Schrader (29) avancierte mit seinem Viererpack zum unumstrittenen Matchwinner und schrieb sich damit in die Geschichtsbücher des deutschen Para-Sports ein.
Schraders emotionale Reaktion auf den historischen Erfolg
Nach dem spektakulären Sieg zeigte sich der Torschütze überwältigt von den Ereignissen. „Das war ein geiles Spiel!“, kommentierte Schrader den Erfolg. „Ich dachte nach der 2:0-Führung, dass wir uns das leichter machen, aber wir wollten es anscheinend noch einmal richtig spannend haben. Dann haben wir trotz Rückstand richtig Gas gegeben, auch in Unterzahl. Mehr Krimi kannst du eigentlich gar nicht hereinbringen.“
Der Weg zum lang ersehnten Sieg
Der Erfolg gegen die Slowakei kam nicht von ungefähr, markierte aber einen deutlichen Wendepunkt im Turnierverlauf. Bei der ersten Qualifikation für die Paralympics seit 20 Jahren hatte das deutsche Team zuvor alle drei Vorrundenpartien deutlich verloren:
- 0:12 gegen China
- 0:13 gegen die USA
- 1:2 gegen Gastgeber Italien
Umso bedeutsamer war der Sieg gegen die Slowakei, der dem Team nun die Chance auf Platz fünf im Gesamtklassement eröffnet.
Ausblick auf das nächste Duell
Durch den historischen Erfolg spielt „Team D“ am Samstag um 16:05 Uhr in Mailand um Platz fünf. Der Gegner wird zwischen Italien und Japan ermittelt. Für die deutsche Mannschaft bedeutet dies die Chance, das bislang erfolgreichste Paralympics-Turnier der Eishockey-Geschichte abzuschließen und einen weiteren Meilenstein im deutschen Behindertensport zu setzen.
Der Sieg gegen die Slowakei hat nicht nur statistische Bedeutung, sondern sendet ein starkes Signal an den gesamten Para-Sport in Deutschland. Er zeigt, dass mit Beharrlichkeit, Teamgeist und individueller Spitzenleistung auch nach langen Durststrecken historische Erfolge möglich sind.



