NHL-Expansion in Deutschland: Stützle und Draisaitl als Zugpferde für regelmäßige Saisonspiele
NHL setzt auf Deutschland: Regelmäßige Saisonspiele geplant

NHL-Offensive in Deutschland: Mehrjährige Strategie mit Heimspielen deutscher Stars

Die nordamerikanische Eishockey-Profiliga NHL verfolgt eine ambitionierte Expansionsstrategie in Europa und setzt dabei besonders auf den deutschen Markt. Über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren sollen regelmäßig reguläre Saisonspiele in Deutschland stattfinden, angeführt von den größten deutschen NHL-Stars.

Stützle eröffnet die Deutschland-Serie in Düsseldorf

Den Auftakt macht Weltklassestürmer Tim Stützle, der mit seinen Ottawa Senators am 18. und 20. Dezember 2026 in Düsseldorf gegen die Chicago Blackhawks antreten wird. Für den 24-jährigen Nationalspieler aus Tönisvorst, nur etwa 35 Kilometer von der Spielstätte entfernt, ist dies ein besonderes Heimspiel.

„Das wird ein Mega-Erlebnis – zumal meine Familie und viele Freunde da sein werden. Es wird auf jeden Fall etwas Besonderes und ein Moment sein, den ich nie vergessen werde“, sagte Stützle über die bevorstehenden Partien in seiner Heimatregion.

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Mehrjährige Engagement-Strategie der NHL

NHL-Vize-Chef Bill Daly betonte die langfristigen Pläne der Liga: „Wir wollen unser Spiel auf allen Ebenen in Deutschland entwickeln.“ Dabei soll auch Superstar Leon Draisaitl, deutscher Olympia-Kapitän, eine zentrale Rolle spielen. Laut Liga-Informationen ist der Angreifer für Spiele in den kommenden Jahren bereits eingeplant.

NHL-Business-Präsident Keith Wachtel unterstrich den dauerhaften Charakter des Engagements: „Wir müssen über einen längeren Zeitraum hierhin kommen. Es geht nicht darum, alle paar Jahre zu kommen. Wir müssen jedes Jahr hier spielen.“

Historischer Kontext und aktuelle Gelegenheit

Die letzten NHL-Saisonspiele in Deutschland fanden vor 15 Jahren statt, als 2011 die Buffalo Sabres mit Christian Ehrhoff gegen die Los Angeles Kings antraten. Seither konzentrierten sich die Europa-Spiele der Liga hauptsächlich auf Stockholm und Prag.

Die NHL sieht nun die perfekte Gelegenheit für Investitionen in Deutschland. Mit Spielern wie Draisaitl, Stützle, Moritz Seider sowie den Stanley-Cup-Siegern Philipp Grubauer und Nico Sturm verfügt Deutschland über eine noch nie dagewesene Anzahl von Weltklassespielern in der nordamerikanischen Profiliga.

Mediale Herausforderungen und Lösungsansätze

Aktuell befindet sich die NHL in Deutschland in einer schwachen medialen Position. Seit dem Auslaufen des Vertrags mit ProSiebenSat.1 gibt es keine regelmäßigen Spiele im frei empfangbaren Fernsehen. NHL-Fans benötigen ein Abonnement bei Sky (300 Partien) oder der über DAZN vermarkteten Plattform NHL.TV.

Die zuletzt bei ProSiebenMaxx gezeigten Free-TV-Spiele erreichten durch späte Übertragungszeiten nach Mitternacht nur durchschnittlich etwa 40.000 Zuschauer. Die NHL reagiert darauf: Anfang März wurde ein Spiel von Seiders Detroit Red Wings speziell auf 20 Uhr deutscher Zeit vorgezogen, um die europäische Primetime zu nutzen – eine Praxis, die laut Liga nach Möglichkeit fortgesetzt werden soll.

Kooperationen und lokale Auswirkungen

Zur Fanbildung plant die NHL Veranstaltungen wie den „Hockey Day in Germany“ in Düsseldorf, bei dem unter anderem der Stanley Cup ausgestellt wird. Statt mit der heimischen DEL sucht die nordamerikanische Profiliga jedoch vor allem den Austausch mit der deutschen Fußball-Bundesliga.

NHL-Business-Chef Wachtel erklärte: „Der europäische Fußball ist interessiert am nordamerikanischen Markt, wir am europäischen. Da haben wir uns schon mit Bundesligaclubs ausgetauscht.“ Dabei gehe es insbesondere um „Content-Know-How und Influencer“.

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke äußerte sich skeptisch zu den NHL-Plänen: „Das muss sich zeigen, muss man ehrlicherweise sagen. Es kommt drauf an, wie man es macht, dass man sich nicht kannibalisiert. Ich bin gespannt, ob wir da eingebunden werden.“ Bislang sei die DEL nach Informationen nicht in die Planungen einbezogen worden.

Insgesamt plant die NHL in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von rund 100 Millionen Euro in Europa, wobei Deutschland einen Schwerpunkt bildet. Tim Stützle sieht in den regelmäßigen Spielen vor heimischem Publikum große Chancen: „Je mehr Spiele es hier gibt, desto mehr Kinder schauen zu.“

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