Rostocks Eishalle: Millionenschwere Sanierung wird zur Geduldsprobe und Kostenfrage
Die Eishalle in der Rostocker Schillingallee, Heimstätte des Eishockeyvereins Rostock Piranhas und des Rostocker Eiskunstlaufvereins, steht vor einer umfassenden und dringend notwendigen Generalsanierung. Das Anfang der 1970er-Jahre errichtete Gebäude, das Platz für 1500 Zuschauer bietet, ist in einem maroden Zustand und erfordert umfangreiche Maßnahmen, um den Betrieb langfristig aufrechterhalten zu können.
Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig
Die Stadt Rostock hat insgesamt 17 verschiedene Sanierungspunkte identifiziert, die zwingend angegangen werden müssen. Dazu gehören unter anderem:
- Die Erneuerung der Fernwärmestation für das Gebäude
- Der Austausch der Eismaschine und des Schneegrubenbehälters mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern
- Die Sanierung der Banden und Sitzflächen auf den Tribünen
- Die Überholung der Elektroinstallationen und raumlufttechnischen Anlagen
- Die Erneuerung der Thermo-Deckenfolien, Umkleiden, WCs und Bürobereiche
- Die Sanierung der Außenfassade und Anpassung der Beleuchtung
Besonders kritisch ist die schadenanfällige Kälteanlage, die auf Ammoniak-Solebetrieb umgestellt werden soll. In der Vergangenheit kam es bereits zu Vorfällen mit Ammoniakaustritt, die hohe Reparaturkosten verursachten. Allein um das Jahr 2023 flossen mehr als 3,2 Millionen Euro in Instandhaltungsmaßnahmen.
Interimslösung während der Bauarbeiten
Für die Zeit der Bauarbeiten, während der die Eishalle geschlossen sein wird, plant die Stadt eine Interimslösung. Die Rostocker Bürgerschaft hat bereits 2024 grünes Licht für die Prüfung verschiedener Varianten gegeben:
- Eine Übergangshalle für den Trainingsbetrieb
- Eine Halle für Training und Wettkämpfe mit Tribüne
- Die mögliche Nutzung der Messehalle
Kostenentwicklung ungewiss
Bei der Entscheidung für die Sanierung im Juni 2024 wurden Kosten von etwa 25 Millionen Euro veranschlagt. Allerdings betonte Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) bereits damals, dass es sich dabei nur um eine erste Schätzung handelte. „Erst wenn man anfängt, richtig zu planen, kommt man der Realität in den Kosten näher und dann werden wir auch wissen, was es tatsächlich kostet“, erklärte sie.
Nun muss noch der KOE-Ausschuss, der mit verschiedenen Bürgerschaftsmitgliedern besetzt ist, der Einleitung der Vergabeverfahren zustimmen. Das Millionenprojekt entwickelt sich damit nicht nur zu einer technischen Herausforderung, sondern auch zu einer finanziellen Geduldsprobe für die Hansestadt.



