IPC-Präsident verteidigt Zulassung russischer Ex-Soldaten für Paralympics
Russische Kriegsversehrte für Paralympics zugelassen

IPC-Präsident verteidigt Zulassung russischer Ex-Soldaten für Paralympics

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat bestätigt, dass im Ukraine-Krieg verletzte russische Soldaten für die Paralympics zugelassen sind. IPC-Präsident Andrew Parsons äußerte sich in einem BBC-Interview am Freitag zu dieser kontroversen Entscheidung.

Historische Begründung der Zulassung

„Es gibt viele Länder, die Athleten aus dem Militär rekrutieren. Wenn Russland dies also tut, wäre es nicht das einzige Land“, erklärte der brasilianische IPC-Präsident. Parsons verwies dabei auf die Ursprünge der paralympischen Bewegung: „Wir dürfen nicht vergessen, woher wir kommen. Unsere Bewegung begann nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere mit verletzten Militärangehörigen.“

Der IPC-Chef betonte, dass mit der Wiederzulassung Russlands und des kriegsbeteiligten Belarus beschlossen wurde, „sie wie jedes andere Nationale Paralympische Komitee zu behandeln“. Diese Entscheidung war auf der IPC-Generalversammlung gefallen.

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Massive Rekrutierung russischer Kriegsversehrter

Medienberichten zufolge fördert Russland aktiv die Rekrutierung von im Ukraine-Krieg verletzten Soldaten für den Parasport. Demnach sollen bereits mindestens 70 Kriegsversehrte aus dem Angriffskrieg gegen die Ukraine russischen Nationalmannschaften angehören, während weitere 700 in regionalen Teams aktiv sind.

Für diese umfangreiche Rekrutierungskampagne sollen über zehn Millionen Dollar bereitgestellt worden sein. Diese Summe unterstreicht den systematischen Charakter der Bemühungen, verletzte Soldaten in den Leistungssport zu integrieren.

Parsons: „Eine zweite Chance durch Sport“

Andrew Parsons verteidigte den IPC-Ansatz mit deutlichen Worten: „Wir sind gegen jeden Krieg, jeden Konflikt, aber was wir bieten, ist eine Möglichkeit für diejenigen, die im Krieg verletzt wurden, sich durch Sport wieder in die Gesellschaft zu integrieren.“

Der IPC-Präsident differenzierte dabei zwischen militärischer Vergangenheit und Kriegsverbrechen: „Es spielt keine Rolle, was sie in der Vergangenheit auf dem Schlachtfeld getan haben. Kriegsverbrechen sind natürlich etwas anderes, aber was wir mit dieser Bewegung bieten, ist eine zweite Chance.“

Diese Positionierung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender internationaler Kritik an Russlands Kriegsführung in der Ukraine. Parsons betonte jedoch den humanitären Auftrag der Paralympics, der unabhängig von politischen Konflikten verfolgt werden müsse.

Internationale Reaktionen erwartet

Die Entscheidung des IPC dürfte internationale Diskussionen auslösen, insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Sanktionen gegen Russland in anderen Sportbereichen. Während Parsons auf die historische Kontinuität der paralympischen Bewegung verweist, werden kritische Stimmen die ethische Dimension dieser Zulassung hinterfragen.

Die paralympische Gemeinschaft steht damit vor einer grundsätzlichen Debatte über die Balance zwischen sportlicher Inklusion und politischer Verantwortung in Zeiten bewaffneter Konflikte.

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