TSV 1860 München: Druck wächst nach weiterer Sieglosigkeit
Der TSV 1860 München startet ins Jahr 2026 weiterhin ohne einen einzigen Sieg. Nach der 1:2-Niederlage beim VfB Stuttgart II und insgesamt fünf Partien ohne Dreier (drei Remis, zwei Niederlagen) wächst der Druck auf die Löwen. Trainer Markus Kauczinski spricht nun ein Machtwort und fordert seinen Kader auf, endlich den Fokus auf das Wesentliche zu legen.
Kauczinski kritisiert Seriendenken und fordert Realitätssinn
"Über den Aufstieg brauchen wir nicht zu reden", stellte der 55-jährige Trainer nach der Pleite in Stuttgart unmissverständlich klar. Damit machte er deutlich, dass die Sechzger zunächst einmal grundlegende Probleme lösen müssen, bevor sie über Tabellenspitze oder Aufstieg nachdenken können.
Vor dem nächsten Auswärtsspiel beim TSV Havelse, der mit nur 19 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz steht, legte Kauczinski noch einmal nach: "Wir wollen einfach das Spiel gewinnen", erklärte er sichtlich frustriert von der ständigen Diskussion um Tabellenpositionen und Aufstiegschancen.
Neues Motto: Sieg statt Serie
Der Löwen-Dompteur kritisierte das omnipräsente Seriendenken im Umfeld des Vereins scharf: "Man hat immer gerechnet, jeder redet an jedem Spieltag von einer Serie: 'Wann beginnt die?' Am Ende haben wir gesehen: Die Wahrheit liegt immer auf dem Platz - und wenn man da nicht gut genug ist und nicht performt, muss man sich über andere Dinge keine Gedanken machen."
Solange das grundlegende Problem darin besteht, überhaupt einen einzigen Sieg zu erringen, gilt für die Giesinger ein neues, simples Motto: Sieg statt Serie. Kauczinski betonte, dass der TSV nur von Spiel zu Spiel denken solle, da der Blick aufs große Ganze lediglich zusätzlichen Druck erzeuge.
Personelle Veränderungen und Favoritenrolle
Was die personelle Situation angeht, muss Kauczinski auf mehrere Spieler verzichten. Die Routiniers Kevin Volland und Florian Niederlechner fehlen wegen Gelbsperren, während Junglöwe Loris Husic aufgrund einer Länderspielabstellung nicht zur Verfügung steht.
Positiv zu vermerken ist die Rückkehr von Morris Schröter, der erstmals seit über einem Jahr wieder im Kader steht. Außenbahnspieler Tim Danhof hat sich nach seinem starken Joker-Einsatz in Stuttgart (inklusive Torvorlage) einen Platz in der Startelf verdient und wird voraussichtlich Marvin Rittmüller ersetzen.
Zur Favoritenrolle vor dem Spiel gegen Havelse sagte Kauczinski klar: "Wir sind nicht in der Lage, irgendjemanden zu unterschätzen. Die sind vom Punkteschnitt 2026 her besser als wir, von daher fühlen wir uns nicht als Super-Favorit." Havelse habe eine spielstarke Mannschaft, die trotz ihrer Position als Abstiegskandidat ihr Ding spielen könne.
Countdown zum ersten Dreier läuft
Der Gelsenkirchener Trainer erinnerte an die starke Anfangsphase seiner Amtszeit im Herbst 2025, als der TSV 1860 vier Spiele in Folge gewann: "Wir haben das schon mal geschafft, danach haben wir uns aber ein bisschen im Kreis gedreht. Wir müssen die Dinge wieder so durchziehen."
Jeder Löwe müsse sich nun "zusammenreißen" und noch mehr Energie in die Sache stecken. Kauczinski betonte, dass die Mannschaft es in der vergangenen Woche geschafft habe, den Druck abzuschütteln, aber nun gelte es, noch mehr zu kämpfen.
Fazit des Trainers: "Mehr denn je gilt, dass wir nur auf uns gucken müssen." Der Countdown bis zum ersten Dreier 2026 läuft - und für die Löwen wird es mit jedem weiteren sieglosen Spieltag enger.



