Eine längere Anreise zur WM als Shiri (39) hat wohl kein Fan gehabt. Die Argentinierin aus Buenos Aires machte sich im August 2023 in ihrem Wohnmobil auf den Weg. Ziel: Kansas City. Erstmal ging es aber Richtung Süden, nach Ushuaia. Danach fuhr sie durch Uruguay, Brasilien, Venezuela und Kolumbien. Von dort setzte sie per Schiff nach Mexiko über. Auch dort ging es quer durchs Land, dann über die Grenze in die USA. Vor wenigen Tagen ist sie in Kansas City angekommen, wo ihre Nationalmannschaft während der WM ihr Quartier bezogen hat. Seit ihrer Ankunft campiert Shiri in ihrem Wohnmobil vor dem Origin-Hotel des Weltmeisters.
Sie erzählt BILD: „Nach dem WM-Titel 2022 habe ich mir überlegt, dass ich zur nächsten WM irgendetwas Besonderes machen will. Also habe ich mir dieses Wohnmobil gekauft, habe mir eine Route überlegt und bin im August 2023 losgefahren. Das genaue Ziel kannte ich damals noch nicht, es stand ja noch gar nicht fest, wo mein Team Quartier beziehen wird.“
Die Inhaberin einer Naturkosmetikfirma wählte deshalb auch nicht den direkten Weg gen Norden. Fuhr interessante Ziele auch abseits ihrer Route an: „Insgesamt war ich 48.000 Kilometer unterwegs. Ich lebe einfach meinen Traum. Ich habe keine Wohnung mehr, alles, was ich besitze, ist bei mir. Und ich kann von überall aus arbeiten.“
WM: Argentinien-Fan Shiri reist 34 Monate im Wohnmobil an – hat aber keine Eintrittskarte
Nach dieser Anreise möchte Shiri natürlich auch ihre Helden im Stadion anfeuern. Beim ersten Gruppenspiel gegen Algerien in Kansas City (Mittwoch, 3 Uhr, ARD und Magenta TV live) und beim zweiten in Dallas, gegen Österreich (22. Juni, 19 Uhr, ARD und Magenta TV live). Allerdings gibt es da ein Problem. Shiri erzählt: „Ich habe keine Karten. Darum konnte ich mich bei der Anreise gar nicht kümmern.“
Nun hofft sie auf Argentinien-Fans, die von ihrer Geschichte so begeistert sind, dass sie ihr ein Ticket überlassen. Oder vielleicht auf eine direkte Einladung der Mannschaft: „Ich habe schon ein paar Spieler hier am Hotel gesehen. Unserem Trainer Lionel Scaloni habe ich direkt in die Augen geschaut. Ich hatte diesen Blick, der besagt: ‚Wir sehen uns wieder‘. Hoffentlich dann im Stadion.“
Nach den ersten beiden Vorrundenspielen will sie nach New York starten, wo am 19. Juli das WM-Endspiel stattfindet. Dass Argentinien dort um die Titelverteidigung spielen wird, steht für Shiri außer Frage. Die Spiele dazwischen will sie sich schenken: „Das wäre mir zu viel Fahrerei.“



