Die zweite Mannschaft der TSG Neustrelitz hat ihr Heimspiel in der Fußball-Landesliga Ost gegen den SV Barth knapp mit 2:1 gewonnen. Dabei kostete die Begegnung allen Beteiligten viel Nerven. „Heino und ich sind am Sonnabend zehn Jahre älter geworden. Diese hohen Temperaturen auf dem Kunstrasenplatz im Harbigstadion und dann auch noch diese Aufregung, das hat geschlaucht“, verriet André Schröder, der gemeinsam mit Heino Kloss die zweite Mannschaft der TSG trainiert.
Früher Rückstand und schneller Ausgleich
Das Spiel begann suboptimal für die Residenzstädter. Bereits in der 15. Minute brachte Rick Wallis die Gäste aus Barth mit 0:1 in Führung. „Ich dachte, nicht schon wieder! Denn beim Auswärtsspiel in Barth waren wir auch in Rückstand geraten. Die Jungs waren noch gar nicht mit den Gedanken auf dem Platz, sondern müssen noch im Sommerschlaf nach einer Feier gewesen sein“, sagte André Schröder. Zum Glück fiel fast im Gegenzug der Ausgleich. Bei einem Pass in den Sechzehner setzte Joey Zellermann seinen Körper ein und schob zum 1:1 ein (17. Minute).
Schwache Leistung nach dem Ausgleich
Doch was dann folgte, war nichts für Fußballfans. „Ich weiß nicht, was da in den Köpfen der Jungs vorging. Die wenigen Chancen, die wir uns herausspielten, wurden kläglich vergeben. Aber insgesamt hatte das mit Fußball nichts mehr zu tun. Ob es an der Hitze lag oder an dem ungewohnten Kader, es lief nichts zusammen. Ich fragte mich, ob wir gerade den Bonus aus dem Sieg beim bis dato Spitzenreiter Bergen verspielen“, haderte André Schröder. Unter der Woche hatte es viele Absagen aus unterschiedlichen Gründen von Spielern gegeben. Eine Tugend ließen die Neustrelitzer jedoch nicht vermissen: Sie blieben dran, nahmen die Zweikämpfe an und hängten sich in das Spiel rein.
Einwechselung von A-Junior Marc Szibbat bringt den Sieg
Die Trainer zeigten ein glückliches Händchen, als sie in der zweiten Halbzeit den A-Juniorenspieler Marc Szibbat einwechselten. „Joey Zellermann war ja schon in der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt worden. Und in der zweiten Hälfte hatte Dominik Teller offensichtlich sein Pulver verschossen, sodass wir uns entschlossen, Marc einzusetzen, auch wenn er ja noch bei den A-Junioren in der Verbandsliga spielt, die an diesem Wochenende aber spielfrei hatten. Deshalb hatte sein Trainer Eisi (Andreas Kavelmann, Anm. d.R.) ihn auch zu uns gelassen. Marc war ja auch schon in unserem Trainingslager in Halberstadt dabei, wo er auch im Testspiel zwei Tore geschossen hatte“, begründete André Schröder seine Entscheidung. Und in der Nachspielzeit war es dann so weit: Marc Szibbat erzielte das entscheidende Tor zum 2:1-Endstand (90. + 1). „Marc ist ja gefühlt über zwei Meter groß. Und bei einer Flanke ging er hoch zum Kopfball und wuchtete das Leder in die Barther Maschen“, freute sich André Schröder.
Besondere Bedeutung des Treffers
Für ihn war dieser Treffer nicht nur wegen des Sieges von besonderer Bedeutung. „Der Vater von Marc war ja auch schon ein toller Stürmer. Und auch den hatte ich früher schon trainiert. Noch vor dem Spiel – der Vater war natürlich als Zuschauer dabei – hatte ich scherzend zu ihm gesagt, dass ich ihn gern einsetzen würde, er dann aber den Altersdurchschnitt zu sehr in die Höhe treiben würde. Und dann macht ausgerechnet sein Sohn das entscheidende Tor“, freute sich André Schröder. Nach dem Tor hatte das TSG-Trainerteam noch einen Doppelwechsel vorgenommen, um „die Zeit von der Uhr zu nehmen“, und dann wurde nur noch gejubelt.
Fazit und Ausblick
„Lieber schlecht gespielt und gewonnen als gut gespielt und verloren. Beim nächsten Spiel in Wolgast wollen wir aber wieder mit einem guten Spiel den Sieg einfahren“, zog André Schröder sein Fazit. Denn natürlich wollen die Neustrelitzer, nachdem sie in der Vorwoche sogar den bis dato Tabellenführer aus Bergen vom Thron gestoßen hatten, an dem Spitzen-Duo dran bleiben. „Wir wollen in den kommenden Spielen alles mitnehmen, was es zu holen gibt, und oben dran bleiben. Ich hoffe, dass in der Woche wieder einige der verletzten oder erkrankten Spieler beim Training dabei sein können“, sagte André Schröder.
Die TSG Neustrelitz II spielte mit: Ricco Förster – Florian Nittel, Tommy Freese, Milan Uwe Schmidt, Marvin Carls (46. Malte Gäbel / 90.+3 Fati Sahiti), Heinrich Hünemörder, Arian Schultz, Jonas Dodeck, Nils Kaiser, Dominik Teller (67. Marc Szibbat), Joey Zellermann (38. Adrian Stein / 90.+3 Matthes Mönter).



