83:91 im ersten Heimspiel – Alba spürt die Macht des Meisters Berlin. Erneut liefern die Berliner den Bayern einen großen Kampf. Dennoch unterliegen sie und müssen München den ersten Matchball überlassen.
Ein Spiel auf Messers Schneide
Leidenschaft und Energie auf dem Feld übertrugen sich auf die Ränge. Es brodelte in der Arena, weil Sieg und Niederlage so nah beieinanderlagen. Jeden Moment konnte das Pendel in eine andere Richtung schwingen. Das erzeugte eine prickelnde Atmosphäre. Letztlich gelang Alba Berlin dabei keine erneute Überraschung. Der Klub aus der Hauptstadt unterlag Bayern München im dritten Finalspiel der Basketball Bundesliga (BBL) mit 83:91 (40:43). Damit steht es 1:2 in der Serie, Freitag kann in Berlin die Titelentscheidung fallen.
Pesics Rückkehr an alte Wirkungsstätte
Für Svetislav Pesic war das dritte Spiel des Finales in der Max-Schmeling-Halle eine Rückkehr an die Stätte alter Erfolge. Vier Meisterschaften in Serie gewann der 76-Jährige ab 1997 mit den Berlinern in der Arena. Diesmal verfolgte er das primäre Ziel, dass sein aktuelles Team aus München anders auftritt als im jüngsten Heimspiel. Da habe es nicht sein Niveau erreicht. Diesmal versprach Pesic, seine Mannschaft werde „viel besser spielen“.
Alba Berlin trifft auf einen wütenden Gegner
Nichts anderes erwartete Trainer Pedro Calles. Er hatte mit Alba für Aufsehen gesorgt, indem das Team am Sonntag in München die „Best of five“-Serie nach der Auftaktniederlage ausgeglichen hatte. Trotz kurzer Regenerationszeit und eines Gegners, der wieder im Spielrhythmus war. Was der Aufgabe einen höheren Schwierigkeitsgrad verlieh, als eine mögliche Überraschung in Partie eins ihn gehabt hätte.
Lesen Sie auch: Der Kapitän stellt das Team vor: Von Arbeitern, Legenden und Trainer-Verstehern. Generationenduell: Wie gefährlich ist Albas hungrige Jugend für Bayern? Chef Baldi im Interview: „Ich würde das als eine Art von Befreiung betrachten“. Ziel erreicht: Bei Alba wird der Anspruch wieder zur Wirklichkeit. Der Trainer bannt den Fluch: Wenn der einstige Held zum Dieb werden will.
Doch Alba steigerte sich in der Abwehr, reduzierte die Ballverluste, kämpfte unter den Körben und traf enorm gut aus der Distanz. Das zu wiederholen, das wussten die Berliner, würde eine große Herausforderung darstellen. Obwohl ihnen die längere Erholungsphase bis zum Mittwochabend sicher entgegenkam. Doch der Gegner zeigte gleich unmissverständlich, welche Vorgaben Pesic gemacht hatte. Die Bayern agierten außerordentlich physisch, erzeugten viel Druck auf den ballführenden Berliner.
Enges Spiel mit wechselnder Führung
Das störte den Hauptrundenzweiten aber nicht. Alba begann aufmerksam, traf und ließ sich auch nicht von den schnellen Punkten der Gäste verunsichern. Die Partie gestaltete sich eng, die Führung wechselte häufiger. Keiner der Kontrahenten konnte sich im ersten Viertel mehr als drei Punkte absetzen. Vor einer ganzen Reihe an Basketball-Prominenz wie den NBA-Stars Dennis Schröder und Franz sowie Moritz Wagner nahm die Treffsicherheit von Alba allerdings ab. Die Berliner wirkten überhastet.
Alba Berlin kämpft sich wieder heran
Angesichts von nunmehr neun Punkten Rückstand (30:39/16.) schienen die Bayern klarstellen zu wollen, dass mehr als eine Ausnahme nicht drin ist für ihren Gegner. Bamberg hatte die Münchner im Pokalhalbfinale in einer Partie empfindlich getroffen. Doch eine Serie gegen den Titelverteidiger zu gewinnen, ist ungleich schwerer. Angetrieben von fast 9000 Fans in der Arena kämpften sich die Berliner allerdings wieder heran an den Hauptrundenersten. Dabei wurde die Partie immer hektischer. Distanzwürfe brachten kaum Erfolg. Dafür wurde unter den Körben hart gerungen. Die Berliner übernahmen schließlich sogar wieder die Führung (60:59/29.). In dem defensiven Abnutzungskampf verließ Alba in den Schlussminuten jedoch die Konzentration. Das nutzten die Münchner eiskalt aus und erfüllten damit die Vorgabe von Trainer Pesic.



