Markus Babbel öffnet sich über schweren Schicksalsschlag
Der ehemalige Fußballprofi und Europameister Markus Babbel hat im SPORT1-Podcast „Deep Dive“ über einen tiefgreifenden persönlichen Verlust gesprochen. Als 17-Jähriger, der gerade im Nachwuchs des FC Bayern München an seiner Profikarriere arbeitete, erlebte er den Suizid seines vier Jahre älteren Bruders Gerhard im Jahr 1989.
„Ich war total überfordert mit der Situation“
„Das Problem an der ganzen Geschichte war, dass ich noch nie mit dem Tod in Verbindung gebracht worden bin. Ich war total überfordert mit der Situation, weil ich nicht wusste, wie ich mich verhalten soll“, blickte der 53-Jährige zurück. Babbel beschrieb seine damaligen Gefühle als eine Art emotionale Lähmung: „Das war ein ganz komisches Gefühl, ich war auch nicht so richtig traurig in dem Moment. Ich war in einer Ohnmachtsblase, weil ich nicht wusste, wie ich helfen kann.“
Die Überforderung manifestierte sich physisch bei der Beerdigung: „Bei der Beerdigung hat’s mich dann umgehauen, da bin ich ohnmächtig geworden“, berichtete der Ex-Nationalspieler. Obwohl Außenstehende vermuteten, er habe den Verlust gut verarbeitet, gestand Babbel: „Alle dachten schon, das habe ich gut weggesteckt – und nein, hatte ich eben nicht. Und ich habe das dann für mich auch sehr schnell sehr tief begraben.“
Verarbeitung durch Autobiografie und heutige Botschaft
Erst in seiner 2023 erschienenen Autobiografie „It’s not only Football“ setzte sich Babbel intensiv mit diesem prägenden Ereignis auseinander. Heute nutzt der frühere Abwehrspieler seine öffentliche Plattform, um für einen offeneren Umgang mit psychischen Belastungen zu werben.
Babbel appelliert eindringlich: „An jeden, der irgendwelche Probleme hat, wenn sie noch so marginal erscheinen mögen: Holt euch Hilfe und wenn es der beste Freund ist, ist es der beste Freund.“ Noch effektiver sei jedoch professionelle Unterstützung: „Die können einem extremst helfen, gewisse Dinge einfach besser zu verarbeiten“, so Babbel über die Arbeit mit Therapeuten.
Stationen einer erfolgreichen Fußballkarriere
Markus Babbel absolvierte 261 Spiele für den FC Bayern München und erzielte dabei 17 Tore. Mit den Münchnern gewann er dreimal die Deutsche Meisterschaft, zweimal den DFB-Pokal und einmal den UEFA-Cup. Später feierte er mit dem FC Liverpool weitere Erfolge, darunter einen weiteren UEFA-Cup, den UEFA-Supercup und den englischen FA Cup. Sein größter sportlicher Triumph war der Gewinn der Europameisterschaft 1996 mit der deutschen Nationalmannschaft.
Nach seiner aktiven Laufbahn war Babbel als Trainer beim VfB Stuttgart, Hertha BSC, FC Luzern und den Western Sydney Wanderers tätig. Seine persönlichen Erfahrungen mit Verlust und Trauer verleihen seinem heutigen Engagement für psychische Gesundheit eine besondere Authentizität und Tiefe.



