Union Berlin: Baumgarts ruppiger Liebesbeweis für Burcu beim Training
Was sich liebt, das neckt sich – dieses Sprichwort bewahrheitete sich beim öffentlichen Training von Union Berlin vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli am Sonntag. Trainer Steffen Baumgart (54) sorgte für eine amüsante Szene, die bei den Eisern-Fans für Schmunzeln sorgte: Er versetzte dem jungen Offensivspieler Livan Burcu (21) einen gutmütigen Tritt in den Hintern.
Kein Wutanfall, sondern ein Zeichen der Wertschätzung
Dieser ruppige Liebesbeweis ist typisch für den emotionalen Coach. Baumgart ist bekannt dafür, dass seine kleinen Neckereien ausschließlich Spielern vorbehalten sind, die er besonders schätzt und in denen er großes Potenzial sieht. Die Geste beim Training sendet daher ein klares Signal: Der Trainer glaubt fest an die Fähigkeiten des jungen Burcu und zeigt ihm auf seine unverwechselbare Art Zuneigung und Unterstützung.
Von Spannungen zur Versöhnung
Das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler war zuletzt nicht immer so entspannt. Ende Januar, nach der 1:3-Niederlage in Hoffenheim, waren beide an der Seitenlinie in eine hitzige Diskussion verwickelt. Burcu wandte sich schließlich ab und drehte seinem Coach den Rücken zu, woraufhin Baumgart den Spieler energisch zurechtwies und aufgebracht gestikulierte.
Baumgart erklärte die emotionale Szene später mit den Worten: „Ab und zu ist es so, wenn zwei emotionale Menschen aufeinandertreffen. Der eine ist 54, der andere hat aus meiner Sicht noch nicht alle Haare am Sack. Dann hoffe ich manchmal, dass sie die Klappe halten. Das fällt ihm schwer.“ Der Tritt im Training markiert nun das Ende dieser Spannungen und zeigt: Die Beziehung ist wieder intakt, alles ist gut zwischen Trainer und Spieler.
Burcu kämpft um seinen Durchbruch
Für Livan Burcu kommt diese öffentliche Aufmunterung zur idealen Zeit. Der Offensivspieler ringt weiter um seinen endgültigen Durchbruch bei Union Berlin. 2024 wechselte er von Sandhausen nach Köpenick, wurde jedoch zunächst für eine Saison an den 1. FC Magdeburg verliehen, wo er in 32 Spielen drei Tore und neun Vorlagen beisteuerte.
Seit seiner Rückkehr zu den Eisernen läuft es noch nicht rund. Nach einer Sprunggelenksverletzung griff er erst spät in die laufende Saison ein und konnte seither weder ein Tor erzielen noch eine Vorlage geben. Zuletzt durfte er jedoch zweimal von Beginn an auflaufen – ein weiterer Vertrauensbeweis von Trainer Baumgart.
Internationale Rückschläge und WM-Hoffnungen
Auch auf internationaler Ebene erlitt Burcu einen Rückschlag. Zwar wurde er für die türkische U21-Nationalmannschaft nominiert, musste den Einsatz jedoch verletzungsbedingt absagen. Besonders bitter ist dies, weil zuletzt sogar die türkische A-Nationalmannschaft im Gespräch war. Wie berichtet wird, saßen beim Spiel gegen den HSV türkische Scouts auf der Tribüne, um den Offensivspieler als potenziellen Kandidaten für die anstehende Weltmeisterschaft genau zu beobachten und zu bewerten.
Die ungewöhnliche Trainingsszene mit Baumgarts Tritt unterstreicht somit nicht nur die wiederhergestellte Harmonie zwischen Trainer und Spieler, sondern könnte auch ein wichtiger psychologischer Impuls für Burcus weitere Entwicklung sein.



