Bayer-Star Quansah kritisiert Team öffentlich: Ungewöhnliche Offenheit im Klub-TV
Bayer-Star Quansah kritisiert Team öffentlich im Klub-TV

Bayer-Star Quansah übt ungewöhnlich öffentliche Kritik an der Mannschaft

Ein ungewöhnlicher Vorgang hat sich beim Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen ereignet. Nach dem enttäuschenden 1:1-Unentschieden gegen den FSV Mainz 05 nutzte Verteidiger Jarell Quansah das klubeigene Werkself-TV für eine bemerkenswert offene und kritische Analyse der Mannschaftsleistung. Der 23-jährige englische Nationalspieler, der in der 88. Minute mit einem sehenswerten Fallrückzieher den Ausgleichstreffer erzielt hatte, zeigte sich mit dem Ergebnis und der Leistung der Werkself alles andere als zufrieden.

„Nicht genug Feuer und Intensität“ – Quansahs deutliche Worte

„Wir haben nicht gewonnen, das reicht meiner Meinung nach nicht“, erklärte Quansah im Interview. „Wir sagen das oft in letzter Zeit: Wir haben nicht genug Feuer, nicht genug Intensität. Es war wieder nicht gut genug.“ Der Sommer-Neuzugang vom FC Liverpool beschrieb die aktuellen Probleme der Mannschaft aus seiner Perspektive: „Ich habe das Gefühl, dass wir im Moment gegen uns selbst spielen. Wir spielen nicht genug zusammen, haben unterschiedliche Ideen. Wir spielen unkoordiniert und müssen uns neu formieren.“

Diese erschreckende Analyse erinnert an die deutlichen Worte von Kapitän Robert Andrich nach dem 3:3 am zweiten Spieltag, als dieser bemängelte: „Jeder ist für sich alleine auf dem Platz herumgelaufen.“ Nur zwei Tage nach dieser Kritik verlor Trainer Erik ten Hag seinen Posten bei Bayer Leverkusen.

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Champions-League-Qualifikation als oberstes Ziel

Leverkusen muss bereits am Mittwochabend beim Hamburger SV zum Bundesliga-Nachholspiel antreten. Quansah betonte die Dringlichkeit einer Leistungssteigerung: „Es ist nicht das Ende der Welt, das müssen wir bedenken, denn es kommen noch viele Spiele und wichtige Monate. Wir müssen jetzt Spiele gewinnen. Es gibt keine Ausreden mehr. Es geht darum, dass wir uns für die Champions League qualifizieren.“

Der Verteidiger, der gegen Mainz mit 35,08 km/h als schnellster Spieler auf dem Platz gemessen wurde, zeigte sich trotz der aktuellen Schwierigkeiten zuversichtlich: „In der Liga liefen einige Spiele gut, aber das war definitiv keins davon.“

Druck als zusätzliche Motivation

Nach nur einem Punkt aus den letzten beiden Bundesliga-Spielen wächst der Druck auf die Werkself. Quansah sieht dies jedoch nicht als Problem, sondern als Chance: „Wir haben schon einige Male Druck verspürt und angenommen. Wir sind jung und können furchtlos sein. Wir sollten mit Selbstvertrauen hinausgehen und wissen, dass wir den Gegner schlagen und übertrumpfen können. Wenn wir das nicht schaffen, ist es unmöglich, in dieser Liga Punkte zu sammeln.“

Die ungewöhnlich offene Kritik eines Spielers im eigenen Klub-TV zeigt, wie ernst die Situation bei Bayer Leverkusen mittlerweile eingeschätzt wird. Während Quansah mit seinem Tor und seiner Laufleistung (BILD-Note 2) persönlich überzeugte, machte er deutlich, dass individuelle Klasse allein nicht ausreicht, wenn das Team als Ganzes nicht funktioniert.

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