Leverkusens Spieler üben harsche Selbstkritik nach enttäuschendem Auftritt
In der Kabine des BayArena musste Trainer Kasper Hjulmand sein Team nach dem torlosen Remis gegen Olympiakos Piräus zunächst daran erinnern, dass der Einzug ins Achtelfinale der Champions League gelungen war. Der Frust über die eigene schwache Leistung lastete jedoch schwer auf den Stars des Bundesligisten.
Trainer und Kapitän zeigen sich unzufrieden
„Wir sind weiter, und das ist gut. Wir haben sehr gut verteidigt. Aber mit dieser Leistung reicht es nicht, mit unserem Spiel sind wir nicht zufrieden“, erklärte der 53-jährige Trainer nach dem Spiel. Kapitän Robert Andrich war sichtlich verärgert und kritisierte deutlich: „Mit und ohne Ball haben wir viel zu wenig gemacht. Das Positivste ist, dass wir weitergekommen sind und zu null gespielt haben. Es war in allen Belangen zu wenig. Für einen solchen Gegner hat es noch irgendwie gereicht…“
Weil die Griechen viel zu harmlos agierten, reichte Leverkusen das 2:0 aus dem Hinspiel, um die Hürde Olympiakos zu nehmen. Der spielerische Auftritt war jedoch erneut bedenklich und ernüchternd für die Mannschaft und ihre Anhänger.
Selbstkritik nach erneut schwacher Leistung
Jonas Hofmann, der gegen Olympiakos zu seinem ersten Einsatz in der Champions League in der laufenden Saison kam, gab zu: „Wir sind sehr, sehr selbstkritisch – leider wieder. Das Weiterkommen war das Ziel und dabei belassen wir es auch. Wir haben extrem viele und einfache Fehler gemacht, uns hat auch Intensität gefehlt.“
Der 33-Jährige fügte jedoch hinzu: „Aber in den K.-o.-Spielen zählt nur das Weiterkommen. Da fragt im Achtelfinale keiner mehr, wie es in den Play-offs war. Deshalb müssen wir uns auch darüber freuen.“
Sport-Boss sieht Erfolg im Umbruchjahr
Sportdirektor Simon Rolfes teilte diese Einschätzung. „Es war sicherlich kein gutes Spiel von uns“, meinte der 44-jährige Manager. „Trotzdem haben wir es nach der Saison 2024/2025 wieder unter die letzten 16 in der Champions League geschafft. Und das ist, gerade in einem Jahr des Umbruchs, für uns ein großer Erfolg.“
Rolfes betonte: „Ich glaube, dass andere Teams gerne in unserer Situation wären. Nach drei Spieltagen hatte das uns kaum einer mehr zugetraut.“ Damals lag Leverkusen nach dem 2:7-Debakel gegen Paris mit nur zwei Punkten auf Platz 30 in der Liga-Phase.
Herausforderung im Achtelfinale erfordert Kehrtwende
Dennoch ist allen Beteiligten klar, dass in dieser Verfassung im Achtelfinale nichts zu holen sein wird. Jonas Hofmann sagte: „Egal, ob Bayern oder Arsenal – das ist der große Favorit. Es wird natürlich eine schwierige Aufgabe. Wir müssen da alles reinhauen. Uns ist bewusst, dass jeder bei 100 Prozent sein muss.“
Abschließend forderte der Mittelfeldspieler: „Das muss eine komplette Kehrtwende zum Spiel gegen Piräus sein.“ Die Leverkusener wissen, dass sie ihre Leistung deutlich steigern müssen, um in der Königsklasse weiterhin bestehen zu können.



