Alexandra Popp, die legendäre Kapitänin des VfL Wolfsburg, musste in ihrem letzten DFB-Pokalfinale eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Der FC Bayern München besiegte die Wölfinnen am Donnerstag im Kölner Stadion vor ausverkaufter Rekordkulisse von 46.064 Zuschauern mit 4:0 und sicherte sich damit das Double. Die Bayern, die bereits als Meister feststehen und in der Bundesliga noch ungeschlagen sind, krönten damit eine überragende nationale Saison.
Popps perfekte Finalbilanz erhält einen Makel
Die 35-jährige Ex-Nationalspielerin, die nach 14 Jahren, sieben Meistertiteln und elf Pokalsiegen mit dem VfL zur neuen Saison zu Borussia Dortmund wechselt, hatte bis zu diesem Finale eine makellose Bilanz im DFB-Pokal: 13 Endspiele, 13 Siege – die ersten beiden mit dem FCR Duisburg. Doch gegen die übermächtigen Münchnerinnen half auch ihre Rückkehr nach einer langwierigen Wadenverletzung nichts. Die Bayern dominierten die Partie von Beginn an und zerstörten Popps Traum vom perfekten Abschied.
Bayern-Chefetage jubelt auf der Tribüne
Auf der Tribüne verfolgte fast die gesamte Führungsriege des FC Bayern das Spiel, darunter Sportvorstand Max Eberl, Sportdirektor Christoph Freund und Marketing-Vorstand Rouven Kasper. Sie sahen eine überragende Leistung ihrer Frauen. In der ersten Halbzeit verteidigte Wolfsburg noch gut, doch ein berechtigter Video-Elfmeter, den Georgia Stanway in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+1) verwandelte, brachte die Führung. Den Elfmeter hatte es gegeben, nachdem Lineth Beerensteyn die Japanerin Miyabi Tanikawa getroffen hatte.
Nach der Pause: Bayern überlegen
Nach dem Seitenwechsel war Bayern komplett dominant. Pernille Harder erhöhte per Kopf auf 2:0 (59.), die überragende Tanikawa traf zum 3:0 (77.), und Caruso sorgte mit einem Freistoß für den 4:0-Endstand (84.). Von Popp war wenig zu sehen; nur selten kamen Bälle in ihre Nähe. In der ersten Halbzeit musste sie zudem einen Schreckmoment überstehen, als sie mit ihrer Mitspielerin Lena Lattwein mit den Köpfen zusammenprallte. Nach kurzer Behandlung konnte sie weitermachen, aber auch die 35-Jährige konnte diesmal kein Wunder bewirken.
Mit diesem Sieg untermauern die Bayern-Frauen ihre Vormachtstellung im deutschen Frauenfußball und feiern ein Double aus Meisterschaft und Pokal. Für Wolfsburg und Alexandra Popp endet eine Ära mit einer schmerzhaften Niederlage.



