Chaos in Leverkusen: Bayern erleiden Frustspiel mit kontroversen Entscheidungen
Der FC Bayern München hat am 26. Spieltag der Bundesliga einen äußerst turbulenten und frustrierenden Nachmittag in Leverkusen erlebt. Was als vermeintlicher Selbstläufer gegen den Tabellensechsten begann, entwickelte sich zu einem Albtraum mit zwei aberkannten Toren, zwei roten Karten und einer knappen 1:1-Unentschieden. Die Münchner, die nur vier Tage zuvor noch mit einem 6:1 in der Champions League beeindruckt hatten, fanden gegen Bayer Leverkusen nicht zu ihrer gewohnten Stärke.
Früher Rückschlag und kontroverse Szenen
Bereits nach sechs Minuten gerieten die Bayern in Rückstand, als ein Schuss von Aleix García über Torhüter Sven Ulreich einschlug. Die Situation eskalierte in der 42. Minute, als Bayern-Stürmer Nicolas Jackson für ein grobes Foul am Mittelkreis die rote Karte sah. Die Münchner spielten fortan in Unterzahl.
In der 60. Minute brachte Trainer Vincent Kompany den zuletzt verletzten Harry Kane ins Spiel. Sekunden nach seiner Einwechslung gelang dem Engländer scheinbar der Ausgleichstreffer, nachdem er Leverkusens Torhüter Janis Blaswich unter Druck gesetzt hatte. Doch der Schiedsrichter erkannte das Tor nicht an, da Kane den Ball angeblich mit dem Arm berührt haben soll – eine höchst umstrittene Entscheidung.
Weitere Kontroversen und knappes Remis
Zwölf Minuten später erzielte Luís Díaz tatsächlich den 1:1-Ausgleich für den FC Bayern. Doch auch der Kolumbianer sollte den Nachmittag nicht positiv beenden: In der 83. Minute sah er nach einer umstrittenen Schwalben-Entscheidung von Schiedsrichter Christian Dingert Gelb-Rot und musste vorzeitig duschen.
Fast hätten die Bayern das Spiel in doppelter Unterzahl noch verloren. In der Nachspielzeit schien Jonas Hofmann den Siegtreffer für Leverkusen zu erzielen, doch auch dieses Tor wurde nach hauchdünner Abseitsposition aberkannt. Am Ende blieb es beim 1:1, das den Bayern-Frust perfekt machte.
Ulreichs emotionale Rückkehr und weitere Bundesliga-Highlights
Besonders emotional war die Rückkehr von Sven Ulreich ins Bayern-Tor. Der 37-Jährige stand nach 537 Tagen wieder in der Bundesliga zwischen den Pfosten – eine Rückkehr, die unter tragischen Vorzeichen stand. Im vergangenen Sommer war Ulreichs sechsjähriger Sohn nach schwerer Krankheit verstorben. Die Münchner hatten ihrem langjährigen Torwart-Ersatzmann Zeit zur Trauer gegeben und seinen Vertrag verlängert.
Weitere Ergebnisse des Spieltags:
- Borussia Dortmund gewann gegen den FC Augsburg mit 2:0 und liegt nun neun Punkte hinter dem FC Bayern
- Der 1. FC Heidenheim verlor bei Eintracht Frankfurt mit 0:1 und bleibt tief in Abstiegsgefahr
- Dieter Hecking feierte sein Comeback als Trainer beim VfL Wolfsburg mit einem 1:1 gegen Hoffenheim
Transfergerüchte und familiäre Duelle
Vor der Partie in Dortmund sorgte der BVB für Aufsehen mit der Ankündigung, dass Nationalspielerin Alexandra Popp zur kommenden Saison vom VfL Wolfsburg wechseln wird. Bei der Platzwahl in Dortmund standen sich die Brüder Nico (Dortmund) und Keven Schlotterbeck (Augsburg) als Kapitäne ihrer Teams gegenüber – ein seltenes familiäres Duell in der Bundesliga.
Der FC Bayern blickt nun auf das Champions-League-Rückspiel gegen Bergamo, wo der Viertelfinaleinzug perfekt gemacht werden soll. Leverkusen reist mit Hoffnung nach London, wo das Achtelfinal-Rückspiel gegen Arsenal ansteht. Für die Münchner bleibt jedoch vor allem der Frust über den verlorenen Bundesliga-Punkt in Leverkusen.



