Bundesliga-Gipfel entscheidet Meisterschaftsrennen
Die Fußball-Bundesliga scheint zehn Spieltage vor Saisonende entschieden. Beim 3:2-Sieg von Bayern München im Spitzenspiel bei Borussia Dortmund baute der Rekordmeister seine Tabellenführung auf elf Punkte aus und enteilte dem Verfolger damit deutlich.
Dramatisches Spiel mit tragischer Figur
Das 114. Duell zwischen den beiden Top-Klubs entwickelte sich zu einem wahren Prestigeduell. Nico Schlotterbeck brachte den BVB in der 26. Minute in Führung, doch der Nationalverteidiger hatte gleich zweimal Glück, nicht vom Platz gestellt zu werden. Nach der Pause drehten die Bayern das Spiel: Harry Kane erzielte in der 54. Minute den Ausgleich und verwandelte in der 70. Minute einen Elfmeter zum 2:1. Daniel Svensson gelang in der 83. Minute noch der Anschlusstreffer zum 2:2, doch Joshua Kimmich entschied das Spiel in der 88. Minute mit dem Siegtreffer.
Neben der schmerzhaften Niederlage beklagte Dortmund auch den Ausfall von Kapitän Emre Can, der vor der Pause anscheinend ernsthaft verletzt ausgewechselt werden musste. Für Trainer Niko Kovac war es die erste Heimniederlage in dieser Saison.
Kane weiter in Torlaune
Bayerns Torjäger Harry Kane zeigte erneut seine Klasse und erzielte mit seinem Doppelpack seine Saisontore 29 und 30. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft nutzte eine Unachtsamkeit in der Dortmunder Abwehr für sein erstes Tor und verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 2:1.
Ramadan beeinflusst Dortmunder Aufstellung
Interessant war die Aufstellung von Trainer Niko Kovac, der Ramy Bensebaini und Serhou Guirassy zunächst auf die Bank setzte. Der Trainer begründete dies mit dem muslimischen Fastenmonat Ramadan: „Wir sind seit zwei Wochen in der Fastenzeit und wir haben schon vier Spiele gespielt. Es kostet viel Energie, wenn du den ganzen Tag nicht essen und nicht trinken kannst“, sagte Kovac bei Sky.
Bayern-Fans protestieren still
Auffällig war die Ruhe auf der Gästetribüne. Vor dem Bundesliga-Gipfel hatte es eine Auseinandersetzung der Polizei mit Teilen der organisierten Fanszene des Rekordmeisters gegeben. Aus Protest und Solidarität mit betroffenen Anhängern entschieden sich die Bayern-Fans, sich mit Gesängen und Anfeuerungen zurückzuhalten.
Historische Bilanz spricht für Bayern
Die Niederlage bedeutet für Dortmund, dass der bislang letzte Heimsieg gegen den Rekordmeister bereits mehr als sieben Jahre zurückliegt. Trotz einer klaren Leistungssteigerung zum 1:4-Desaster bei Atalanta Bergamo in der Champions League unter der Woche verloren die Dortmunder damit auch das zweite Saisonspiel gegen die Bayern.
Mit nur noch zehn Spieltagen und einem Rückstand von elf Punkten scheint die Meisterschaft damit praktisch entschieden. Bayern München kann seinen Titelverteidigungskurs fortsetzen, während Dortmund sich auf den Kampf um die Champions-League-Plätze konzentrieren muss.



