Bayern München empört über umstrittene Gelb-Rote Karte gegen Diaz in Leverkusen
Nach dem 1:1-Unentschieden beim Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen herrscht beim FC Bayern München tiefes Unverständnis über die Leistung des Schiedsrichters. Besonders die Gelb-Rote Karte gegen Angreifer Luis Diaz in der 84. Spielminute löste beim deutschen Fußball-Rekordmeister heftige Diskussionen aus. „Im Leben keine Schwalbe“, kommentierte Joshua Kimmich die umstrittene Entscheidung im Interview mit DAZN. „Wenn ich die Bilder sehe, dann ist ein Kontakt da. Den kann man nicht leugnen“, fügte der Bayern-Spieler hinzu.
Die umstrittene Szene im Detail
Die kritische Situation entwickelte sich im Strafraum von Leverkusen, als Diaz leicht am Bein von Torwart Janis Blaswich getroffen wurde. Der kolumbianische Stürmer ging zwar zu Boden, stand aber sofort wieder auf und forderte bewusst keinen Elfmeter. Dennoch zückte Schiedsrichter Christian Dingert die zweite Gelbe Karte für Diaz, was zur Gelb-Roten Karte und damit zum Platzverweis führte.
Trainer Vincent Kompany zeigte sich fassungslos: „Warum er die Rote bekommt, weiß keiner im Stadion. Wahnsinn“, äußerte der Bayern-Coach nach dem Spiel. „Einer muss mir erklären, warum das Gelb ist“. Auch Leverkusens Innenverteidiger Jonathan Tah betonte bei Sky: „Er macht kein Theater, keine Show. Er steht sofort wieder auf“.
Schiedsrichter Dingert korrigiert seine Einschätzung
Nach dem Spiel bezog Schiedsrichter Christian Dingert selbst Stellung zu der umstrittenen Szene. Der 45-Jährige erklärte: „Aus dem Spiel heraus habe ich wahrgenommen, dass der Spieler Diaz abhebt. Den anschließenden Treffer am Fuß habe ich nicht so wahrgenommen“. Doch nach Sichtung der Wiederholungen revidierte er seine Einschätzung: „Wenn ich die Bilder sehe, sage ich: kein Elfmeter, das ist klar und Gelb-Rot sehr hart. Wenn ich jetzt die Bilder sehe, würde ich das so nicht mehr geben“.
Weitere umstrittene Entscheidungen beschäftigen die Bayern
Neben der Gelb-Roten Karte gegen Diaz beschäftigten die Bayern auch zwei aberkannte Tore. In der 26. Minute wurde ein Treffer von Jonathan Tah nicht anerkannt, nachdem der Ball von seinem angelegten Arm ins Tor sprang. Kompany fragte sarkastisch: „Soll er sich den Arm um den Kopf machen?“.
In der 61. Minute wurde auch ein Tor von Harry Kane annulliert, weil der Stürmer beim Block eines Klärungsversuchs von Blaswich den Ball an den Arm bekam. Bayern-Torwart Sven Ulreich kritisierte die VAR-Entscheidungen: „Die Entscheidungen mit dem Videoschiedsrichter sind manchmal fragwürdig. Bei ganz klaren Entscheidungen kann man gern eingreifen. Aber nicht beim Block, ob da ein bisschen Hand dran ist oder nicht. Er schießt ihn aus einem Meter an“.
Einig waren sich die Bayern dagegen beim berechtigten Platzverweis für Nicolas Jackson in der 42. Minute, der keine Diskussionen auslöste. Das 1:1 in Leverkusen hinterlässt beim FC Bayern somit nicht nur sportliche Enttäuschung, sondern auch große Fragezeichen bezüglich der Schiedsrichterentscheidungen.



