Demokratischer Triumph in Trumps Heimatbezirk: Mar-a-Lago-Wahlkreis wechselt die Farbe
In einer politisch höchst symbolträchtigen Sonderabstimmung im US-Bundesstaat Florida hat die Demokratin Emily Gregory den Wahlkreis erobert, in dem sich der exklusive Club Mar-a-Lago des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump befindet. Nach Auszählung nahezu aller Stimmen setzte sie sich gegen den von Trump unterstützten Republikaner Jon Maples durch und wandelte damit einen traditionell republikanischen Bezirk in einen demokratisch regierten um.
Ein persönlicher Schlag für den ehemaligen Präsidenten
Die Niederlage dürfte Donald Trump besonders nahegehen, da es sich um seinen eigenen Wohn- und Wahlkreis im Palm Beach County handelt. Trump hatte zwar per Briefwahl an der Abstimmung teilgenommen, gleichzeitig aber öffentlich für die Abschaffung dieser Wahlmethode geworben – eine weitere Ungereimtheit in der politischen Biografie des umstrittenen Ex-Präsidenten.
US-Medien berichten von einem Vorsprung Gregorys von etwa 2,4 Prozentpunkten. Dieser Erfolg erscheint umso bemerkenswerter, als der republikanische Vorgänger Mike Caruso bei der Wahl 2024 noch mit einem Abstand von 19 Prozentpunkten gesiegt hatte. Caruso hatte seinen Sitz freigemacht, um für ein anderes Amt in Palm Beach County zu kandidieren.
Demokraten sehen Zeichen des Wandels
»Das hätte niemals für Demokraten infrage kommen dürfen«, kommentierte Heather Williams vom Democratic Legislative Campaign Committee den überraschenden Sieg. »Aber der heutige Abend zeigt, wie angreifbar die Republikaner überall sind.« Das Komitee unterstützt demokratische Kandidaten auf regionaler Ebene und wertet den Erfolg als Vorbote für die anstehenden Midterm-Wahlen im November.
Bei den Midterms werden zahlreiche Sitze im US-Kongress neu vergeben. Die Republikaner fürchten, dass die kontroversen Entscheidungen der Trump-Ära zu schlechten Ergebnissen führen könnten, während die Demokraten in Erfolgen wie diesem ein Anzeichen für einen möglichen Erdrutschsieg sehen.
Nicht der erste demokratische Erfolg in Florida
Bereits im Dezember gab es in Florida einen bemerkenswerten Machtwechsel: Die Metropole Miami wird erstmals seit rund drei Jahrzehnten wieder von einer Demokratin regiert. Eileen Higgins setzte sich bei der Bürgermeisterwahl mit knapp 60 Prozent der Stimmen gegen den Republikaner Emilio Gonzalez durch.
Demokraten interpretieren diese Erfolge als Teil eines größeren Trends, der sich bereits bei Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia sowie der Bürgermeisterwahl in New York City abgezeichnet hatte. In Trumps Geburtsstadt triumphierte mit Zohran Mamdani ein erklärter Gegner des ehemaligen Präsidenten.
Der Sieg Emily Gregorys im Mar-a-Lago-Bezirk markiert somit nicht nur einen lokalen Wahlerfolg, sondern wird von politischen Beobachtern als symbolträchtiges Signal für die veränderte politische Landschaft in traditionell republikanischen Hochburgen gewertet.



