Jude Bellingham hat nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Ghana an die englischen Fans appelliert, nicht in Panik zu verfallen. „Kein Stress, kein Drama. Meine Botschaft an alle ist, positiv zu bleiben und die gute Euphorie weiter aufrechtzuerhalten. Es ist nicht das Ende der Welt. Wir haben vier Punkte und sind in einer guten Position“, befand der Offensivspieler, nachdem seine Mannschaft an der Abwehr der Ghanaer verzweifelt war.
England bleibt Gruppenerster trotz torlosem Remis
Die Three Lions gehen dennoch als Gruppenerster in den abschließenden Spieltag und sind klarer Favorit gegen Panama. Am Einzug in die K.o.-Runde zweifelt wohl niemand mehr. Dennoch hinterließ das torlose Remis gegen das ghanaische Abwehrbollwerk einen faden Beigeschmack bei den Anhängern, die den ersten WM-Titel seit 60 Jahren herbeisehnen.
Auf die Frage, wie er mit negativen Reaktionen in den sozialen Medien umgehe, antwortete Bellingham: „Wir versuchen es, so gut wie möglich zu ignorieren.“ Stattdessen forderte er die Pressevertreter auf, nicht zu negativ zu schreiben. Allzu viele positive Eindrücke blieben nach dem Spiel aber nicht hängen.
USA lockern Reiseauflagen für Irans WM-Team
Die US-Regierung lockert die Reisebeschränkungen für die iranische Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Für das Gruppenspiel gegen Ägypten am Freitag (5 Uhr am Samstag deutscher Zeit) in Seattle dürfe die Mannschaft bereits zwei Tage vor der Partie in die USA einreisen, teilte das Heimatschutzministerium (DHS) auf Anfrage mit.
Bei den ersten beiden WM-Partien in Los Angeles war dem Team die Einreise nach US-Medienberichten erst innerhalb von 24 Stunden vor dem Anpfiff gestattet worden. An der Pflicht zur sofortigen Ausreise nach dem Spiel halte die Regierung fest, hieß es nun. „Die iranische Mannschaft wird weiterhin verpflichtet sein, das Land am Tag des Spiels zu verlassen“, erklärte ein DHS-Sprecher. Die übrigen Sicherheitsvorkehrungen blieben unverändert.
Lebende Statue bei WM: Kongo-Fan zieht Blicke auf sich
Während um ihn herum die Fans schreien, jubeln und fluchen, verharrt Michel Kuka Mboladinga in absoluter Regungslosigkeit. Sein rechter Arm ist dabei erhoben, sein Blick geht in die Ferne. Seine Kleidung aus Jackett, Hemd, Krawatte und Anzughose spiegelt die Farben der Flagge der Demokratischen Republik Kongo wider. So verfolgte Mboladinga, besser bekannt als „Lumumba Vea“, das WM-Spiel Kongos in Zapopan gegen Kolumbien.
Seine Pose ist der Lumumba-Statue nachempfunden, die in Kongos Hauptstadt Kinshasa steht. Sie ist eine Hommage an den 1961 ermordeten Präsidenten Patrice Lumumba. „So wie Lumumba sein Leben für unser Land geopfert hat, ist mein Opfer ein kleiner Preis, den ich gerne zahle, weil mir diese Mannschaft so sehr am Herzen liegt“, sagte Mboladinga.
Brasilien-Star Neymar vor erstem Einsatz bei der WM
Brasiliens Stürmerstar Neymar steht vor seinem ersten Einsatz bei dieser WM. Trainer Carlo Ancelotti bestätigte, dass der noch immer teuerste Spieler der Welt seine Wadenverletzung auskuriert hat. Die Brasilianer treffen in ihrem letzten Gruppenspiel in Miami auf Schottland (Donnerstag, 00.00 Uhr/Magenta TV). „Er ist einsetzbar. Er hat sehr gut trainiert. Er ist fit und bereit, zu spielen“, sagte Ancelotti über Neymar. Der 34 Jahre alte Stürmer hatte die beiden ersten Vorrunden-Spiele gegen Marokko (1:1) und Haiti (3:0) verpasst.
Bremsenloser Zug: Wie ein Ballermann-Hit zum WM-Song wurde
Dass der Bundestrainer seinen Ballermann-Hit mal ins Englische übersetzen würde, hätte sich Lorenz Büffel gewiss nie zu träumen gewagt. Doch genau das tat Julian Nagelsmann nach dem 7:1 zum WM-Auftakt gegen Curacao vor internationalen Journalisten. „Und ich glaube, dass Julian Nagelsmann es wirklich ernst meinte, den Song im Stadion gehört hatte und für sich selber und für die Mannschaft eigentlich jetzt sagt: „Okay Leute, der Zug hat keine Bremse, wir ziehen das Ding jetzt durch und holen den Weltmeistertitel““, sagte der Partysänger der Nachrichtenagentur dpa.
Im Kern geht es in dem Song darum, sich – gelinde gesagt – mal gepflegt volllaufen zu lassen. Oder wie Büffel es ausdrückt, sich den Helm zu lackieren. Und dennoch hat sich das Stück zu Deutschlands Sport-Hit entwickelt. „Egal, ob es die Biathlon-WM war, ob es die Handball-WM war, überall, wenn die Mannschaft mit den Fans zusammenkommt, dann hat der Zug irgendwie keine Bremse“, sagte Büffel. Und bei der gerade laufenden Fußball-WM gibt es nochmal einen Schub.
Nur Vogts und Derwall haben eine bessere Bundestrainer-Bilanz als Nagelsmann
Deutschland trifft am Donnerstagabend zum Vorrundenabschluss wie bei der Heim-WM 2006 auf Ecuador. Für Julian Nagelsmann ist es das 36. Spiel als Bundestrainer. Nach 23 Siegen, sechs Unentschieden und sechs Niederlagen kommt er auf einen Punkteschnitt von 2,14. Nur zwei seiner Vorgänger waren besser: Berti Vogts mit 2,18 Zählern und Jupp Derwall mit 2,15 Punkten. Als Bester der vier deutschen Weltmeister-Trainer folgt Helmut Schön mit 2,10 Punkten auf Platz vier.
Kroatien siegt im Jubiläumsspiel von Modric
In seinem 200. Länderspiel feierte Luka Modric mit Kroatien dagegen einen ganz wichtigen Sieg. Der Vize-Weltmeister von 2018 und WM-Dritte von 2022 kam gegen Panama zu einem mühevollen 1:0 (0:0) und wahrte damit seine Chance auf den Einzug in die Zwischenrunde. Vor 43.036 Zuschauern in Toronto traf Joker Ante Budimir in der 54. Minute für die Kroaten (3 Punkte), die im letzten Gruppenspiel auf Ghana (4) treffen. Für Panama bedeutete die zweite Niederlage das vorzeitige WM-Aus.
Díaz glücklos, aber Muñoz trifft: Kolumbien besiegt Kongo
Daniel Muñoz hat Kolumbien den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde der Fußball-WM beschert. Der Rechtsverteidiger erzielte beim 1:0 (0:0) gegen die Demokratische Republik Kongo den entscheidenden Treffer (76. Minute) zum zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel. Zuvor waren Bayern-Profi Luis Díaz und seine Teamkollegen im mexikanischen Zapopan an Kongos überragendem Torwart Lionel Mpasi fast verzweifelt.
Mit sechs Punkten auf dem Konto steht Kolumbiens Teilnahme am Sechzehntelfinale bereits fest. Die „Cafeteros“ können im Topspiel am kommenden Sonntag (1.30 Uhr MESZ) in Miami gegen Portugal schon mit einem Remis den Gruppensieg sichern. Auch Kongo hat mit einem Punkt noch Chancen aufs Weiterkommen.
Torloses Remis: England und Kane enttäuschen gegen Ghana
Englands Star-Offensive um Superstürmer Harry Kane ist an Ghanas Abwehr-Bollwerk verzweifelt und hat auf seiner Titel-Mission bei der Fußball-WM einen herben Dämpfer kassiert. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel kam gegen die Afrikaner nicht über ein 0:0 hinaus und verpasste die vorzeitige Qualifikation für die K.o.-Runde. Die besten Chancen vergaben Nico O'Reilly mit einem Kopfball an die Latte und Kane mit dem Nachschuss in der 86. Minute. Vor 63.983 Zuschauern in Boston verpasste der Bayern-Torjäger die Chance, sich zum alleinigen WM-Rekordtorschützen Englands zu krönen. So muss er sich die Zehn-Tore-Bestmarke weiterhin mit Gary Lineker teilen.
Grönemeyers WM-Tipp: So weit kann das DFB-Team kommen
Herbert Grönemeyer (70) sieht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft weit vorn – falls sie eine mögliche Feuerprobe im Achtelfinale besteht. Wenn Frankreich, einer der Top-Favoriten im Turnier, der Gegner werde und die deutsche Elf das Team besiegt, sei sie „finaltauglich“, sagte Grönemeyer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Doch die Mannschaft rund um Kylian Mbappé sei schon „harter Tobak“. „Aber gleichzeitig, wenn sie sich warmgespielt haben, sind Wirtz, Nmecha und Havertz und Musiala und alle zusammen auch nicht schlecht“, sagte der Sänger.



