Böller-Attacke bei Drittliga-Spiel: Essener Torwart mit Knalltrauma im Krankenhaus
Böller-Attacke: Essener Torwart mit Knalltrauma im Krankenhaus

Böller-Attacke bei Drittliga-Spiel: Essener Torwart mit Knalltrauma im Krankenhaus

Nach einem schwerwiegenden Böller-Eklat beim Drittliga-Fußballspiel zwischen Rot-Weiss Essen und dem SV Waldhof Mannheim ermitteln sowohl die Polizei als auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) intensiv gegen den mutmaßlichen Täter. Der Vorfall, der sich am Mittwochabend im Stadion an der Hafenstraße ereignete, führte zu einer 45-minütigen Spielunterbrechung und hatte schwerwiegende gesundheitliche Folgen für den Essener Torwart Felix Wienand.

Gesundheitliche Folgen für Torwart Felix Wienand

In der 53. Spielminute brach vor dem Mannheimer Fanblock ein lauter Knall aus, der unmittelbare Auswirkungen auf den Essener Torhüter hatte. Felix Wienand fiel zunächst auf die Knie, hielt sich die Ohren und wirkte deutlich benommen, bevor er von Betreuern in die Kabine geführt wurde. Später musste der 27-Jährige zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Nach ersten ärztlichen Untersuchungen erlitt Wienand ein Knalltrauma und eine akute Belastungsreaktion. Essens Trainer Uwe Koschinat zeigte sich nach dem Spiel besorgt über den Zustand seines Torwarts: „Ihm geht es wirklich nicht gut“, erklärte der Coach, der sich trotz des 1:0-Heimsieges kaum über den sportlichen Erfolg freuen konnte.

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Polizeiliche Ermittlungen gegen 50-Jährigen

Die Essener Polizei hat am Donnerstag konkrete Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben. Ein 50 Jahre alter Deutscher aus Ludwigshafen am Rhein wurde als Tatverdächtiger identifiziert und erkennungsdienstlich behandelt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann zwar wieder auf freien Fuß gesetzt, doch die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Gegen den Verdächtigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung und Herbeiführung einer Sprengstoff-Explosion ermittelt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei der Szene mit Wienand um eine einzelne Böllerzündung in der letzten Reihe der Gästetribüne handelte.

DFB-Verfahren und Stellungnahme des SV Waldhof

Parallel zu den polizeilichen Ermittlungen hat auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bunds ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Auswertung des Sonderberichts des Schiedsrichters Lennart Kernchen und des Sicherheitsbeobachters wurde der SV Waldhof Mannheim zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert.

Der Verein aus Mannheim reagierte umgehend mit einer deutlichen Distanzierung von dem Vorfall: „Böller-Detonationen haben im Fußballstadion keinen Platz“, teilte der Club mit. Man verurteile „jede Form von unsachgemäßem Umgang mit Pyrotechnik und insbesondere Böllern ausdrücklich“ und wünsche Felix Wienand eine gute und schnelle Genesung.

In ihrer Erklärung räumten die Mannheimer ein, dass es während der gesamten Partie im Stadionbereich zu mehreren Vorkommnissen mit Pyrotechnik, Feuerwerk und Detonationen gekommen sei. Die Spieler beider Mannschaften hätten über die gesamte Spielzeit unter dem ständigen Einfluss dieser Aktionen gestanden.

Spielverlauf und weitere Konsequenzen

Das Spiel selbst war durch den Vorfall erheblich beeinträchtigt worden. Schiedsrichter Lennart Kernchen unterbrach die Partie beim Stand von 1:0 für Essen für volle 45 Minuten. Nach der Wiederaufnahme musste für den verletzten Wienand Ersatztorwart Tino Casali ins Spiel kommen.

Das 1:0 für die Gastgeber hatte Marek Janssen bereits in der 31. Minute erzielt – lange vor dem folgenschweren Zwischenfall. Dieser Treffer sollte letztlich auch der Siegestreffer bleiben, doch die Freude über den sportlichen Erfolg wurde durch die Ereignisse deutlich getrübt.

Der SV Waldhof kündigte an, die Geschehnisse gemeinsam mit den zuständigen Behörden und dem Veranstalter weiter aufarbeiten zu wollen. Mögliche Konsequenzen und weitere Maßnahmen sollen in den kommenden Tagen geprüft werden. Der Verein betonte, dass solche Aktionen nicht nur Menschen gefährdeten, sondern auch dem Fußball schadeten und den Werten des Clubs widersprächen.

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