Boris Beckers intime Bindung zum DFB-Triumph von 1996
Dreißig Jahre nach dem historischen Europameisterschafts-Titel der deutschen Nationalmannschaft enthüllt ein neues Buch überraschende Details über die Rolle von Tennis-Legende Boris Becker während des Turniers. Das Werk "Wir Helden von Wembley" des Sportjournalisten Nils Suling zeigt auf, dass Becker weit mehr war als nur ein prominenter Zuschauer beim Golden-Goal-Finale gegen Tschechien.
Vom Tennis-Court in die DFB-Familie
Eigentlich befand sich Boris Becker im Sommer 1996 wegen der Wimbledon Championships in London. Doch wie sich herausstellt, verbrachte er mehr Zeit im Quartier der deutschen Nationalmannschaft als auf dem berühmten Centre Court. Der Grund: Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der legendäre DFB-Arzt, behandelte auch den Tennis-Star.
"Wenn ich an den Sommer 1996 zurückdenke, bekomme ich heute noch Gänsehaut", schreibt Becker in einem emotionalen Vorwort zum Buch. "Noch häufiger als auf dem Centre Court war ich gezwungenermaßen im DFB-Quartier. So kam es, dass ich bei der Behandlung regelmäßig direkt neben Jürgen Klinsmann, Matthias Sammer, Stefan Kuntz oder Thomas Helmer lag."
Ein Einzelkämpfer im Teamgefüge
Für den Tennis-Profi, der gewohnt war, als Einzelkämpfer auf dem Court zu stehen, war die Erfahrung mit der Fußball-Nationalmannschaft besonders prägend. "Umso faszinierender war es deshalb, in diese Fußballfamilie aufgenommen zu werden", erinnert sich Becker. Bundestrainer Berti Vogts gewährte ihm sogar das Privileg, im Mannschaftsbus mit ins Stadion fahren zu dürfen.
Das Finale im Wembley-Stadion erlebte Becker aus nächster Nähe mit. "Ich saß nur wenige Reihen vor der Queen, als Oliver Bierhoff das Golden Goal machte. Das Stadion explodierte. Ich sprang auf und jubelte, als hätte ich gerade in Wimbledon einen Matchball verwandelt."
Emotionale Momente und bleibende Freundschaften
Nach dem Schlusspfiff kam es zu bewegenden Szenen. Die siegreichen Spieler umarmten Becker auf ihrem Weg zur Pokalübergabe, und die anschließende Feier im Teamhotel wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis. "Ich saß mit Franz Beckenbauer am Tisch, habe mit den Jungs gesungen, getanzt und irgendwann bin ich in den Armen von Stefan Kuntz aufgewacht", verrät der Tennis-Star.
Die damals geschlossenen Freundschaften halten bis heute. "In diesen Wochen habe ich Freundschaften geschlossen, die bis heute bestehen. Zum 25-jährigen Jubiläumstreffen der Mannschaft war ich eingeladen – als Freund, nicht nur als Gast", betont Becker.
Die Spieler bestätigen: Becker war Teil des Teams
In "Wir Helden von Wembley!" bestätigen mehrere EM-Helden die besondere Rolle von Boris Becker. Fredi Bobic erklärt: "Boris war Teil der Mannschaft." Jürgen Klinsmann ergänzt: "Er hat uns durch all die Zweifel gepusht, die wir hatten." Und Matthias Sammer beschreibt den Tennis-Star als "Siegertyp, der eine große Souveränität ausstrahlte. Wenn einer wie Boris im Raum ist, dann willst du selbst auch ein Sieger sein."
Das 272-seitige Buch erscheint am 4. März bei Edel Sports und bietet neben Beckers persönlichen Erinnerungen auch zahlreiche bisher unbekannte Einblicke in den EM-Triumph von 1996, der bis heute der letzte große Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft bei einer Europameisterschaft bleibt.



