Hertha BSC gewinnt mit 2:1 gegen Nürnberg dank Brekalo-Doppelpack
Nach dem enttäuschenden 2:5-Debakel in Paderborn und dem verpatzten Aufstieg hat Hertha BSC einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Das Team von Trainer Stefan Leitl setzte sich am Samstag mit 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg durch. Die entscheidenden Tore erzielte Josip Brekalo, der mit einem Doppelpack den Sieg sicherte.
Leitl wagt personelle Veränderungen
Trainer Stefan Leitl wagte einen kleinen Neustart und nahm mehrere Veränderungen in der Startaufstellung vor. Statt Mickaël Cuisance, Toni Leistner, Julian Eitschberger, Derry John Winkler und Pascal Schuler kamen Josip Brekalo, Maximilian Kolbe, Filip Dudziak, Jonjoe Kenny und Dawid Kownacki zum Einsatz. Besonders auffällig war die Auswechselung von Hertha-Star Fabian Reese in der 64. Spielminute.
Leitl erklärte nach dem Spiel: „Fabian hat sehr viel investiert in den letzten Wochen. Wir brauchten einfach frische Kräfte von der Bank. Das Spiel lief an ihm heute oft vorbei.“
Brekalo dreht auf und entscheidet das Spiel
Der 27-jährige Außenstürmer Josip Brekalo war der entscheidende Mann des Tages. In der 20. Minute zog er nach einem Pass von Filip Dudziak von links in die Mitte und schoss aus etwa 15 Metern Entfernung mit einer Geschwindigkeit von 103 km/h ins lange Eck zum 1:0.
Obwohl Hertha optisch überlegen war, gelang Nürnberg kurz vor der Halbzeitpause der Ausgleich. Ein Kopfball von Tim Baack nutzte eine defensive Unachtsamkeit von Tymoteusz Puchacz aus. Torwart Tjark Ernst zeigte sich nach dem Spiel verärgert: „Das war extrem ärgerlich, weil wir in der Box nicht am Mann verteidigt haben. Dieses Problem zieht sich leider durch die gesamte Saison.“
Doch Brekalo hatte die Antwort parat. In der 88. Minute erzielte er fast eine Kopie seines ersten Treffers und sorgte damit für den 2:1-Siegtreffer. „Wir haben heute eine Reaktion gezeigt“, sagte der Doppeltorschütze nach dem Spiel. „Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen. Da war dieser Sieg enorm wichtig. Wir haben noch zehn Spiele vor uns.“
Leitl bleibt realistisch bei Aufstiegschancen
Für Trainer Stefan Leitl war es erst der zweite Sieg in den letzten zehn Spielen. Dennoch bleibt der Coach realistisch, was die Aufstiegschancen betrifft. „Die Tür zum Aufstieg bleibt zu“, sagte Leitl deutlich. „Diese ehrlichen Worte will natürlich keiner hören. Aber das ist die Wahrheit. Unser Ziel ist es, am Ende auf dem sechsten Platz zu landen.“
Torwart Tjark Ernst betonte die psychologische Bedeutung des Sieges: „Heute ging es vor allem um die Ehre nach dem Murks in Paderborn. Wir mussten zeigen, dass wir aus dieser Niederlage lernen können.“
Kaderstreit um Pascal Klemens
Neben dem sportlichen Geschehen sorgte auch ein personeller Konflikt für Gesprächsstoff. Trainer Stefan Leitl strich Pascal Klemens aus dem Kader. Der Grund: anhaltende Vertragsverhandlungen und ein fehlendes klares Bekenntnis des Spielers zu Hertha BSC.
Leitl erklärte die Entscheidung: „Es muss endlich Klarheit herrschen für die neue Saison. Der Ball liegt jetzt seit über einem Jahr bei Passi. Wir müssen diese Dinge klären, dann kann er zu seiner alten Stärke zurückfinden.“
Der Sieg gegen Nürnberg gibt Hertha BSC neuen Auftrieb, auch wenn die Aufstiegshoffnungen nach Leitls Worten begraben sind. Die Mannschaft hat nun zehn Spiele Zeit, um die Saison noch positiv zu gestalten und die Basis für die kommende Spielzeit zu legen.



