Bundesliga-Gipfel Dortmund gegen Bayern: Wer hat die besseren Argumente für den Sieg?
Fußball-Deutschland blickt gespannt nach Dortmund, wo die Borussia nach ihrem dramatischen Champions-League-Aus das Prestigeduell mit dem FC Bayern München bestreitet. Der Rekordmeister könnte mit einem Sieg an der Tabellenspitze davonziehen und möglicherweise eine frühe Vorentscheidung im Meisterrennen herbeiführen. Was spricht für die Heimmannschaft und was für die Gäste aus München? Eine ausführliche Analyse des Bundesliga-Gipfels.
Die Argumente für Borussia Dortmund
Heimvorteil als Trumpfkarte: Der BVB hat in der Bundesliga seit fast einem Jahr kein Heimspiel mehr verloren und ist in dieser Saison die einzige Mannschaft, die im eigenen Stadion noch unbesiegt geblieben ist. Trainer Niko Kovac hat die Fans auf der Südtribüne vor dem Spiel gegen die Bayern noch einmal extra motiviert: „Ich lade unsere Fans herzlich ein, weiter gute Stimmung zu verbreiten. Wir brauchen am Samstagabend ein volles Stadion mit einer ausgezeichneten Atmosphäre.“
Jetzt-erst-recht-Mentalität: Nach dem enttäuschenden Aus in der Champions League durch die 1:4-Niederlage im Play-Off-Rückspiel bei Atalanta Bergamo hatten die Dortmunder drei Tage Zeit, um die Wunden zu lecken. Kovac betonte: „Was war, ist vorbei.“ Das Bundesliga-Topspiel erfordert nun volle Konzentration. „Die Mannschaft freut sich auf das Spiel. Im Training herrschte eine sehr positive Stimmung, die Sonne hat geschienen und uns allen Glückshormone beschert“, berichtete der BVB-Trainer.
Comeback von Nico Schlotterbeck: Der Innenverteidiger kehrt nach vier Spielen Pause zurück – zunächst wegen einer Gelbsperre, dann aufgrund muskulärer Probleme. Beim 1:4 in Bergamo saß er auf der Bank, wurde aber noch geschont. Gegen die Bayern ist Schlotterbeck nun bereit für die Startelf und könnte den in Bergamo unglücklich agierenden Ramy Bensebaini ersetzen. Mit drei Bundesliga-Toren in dieser Saison macht Schlotterbeck den BVB nicht nur defensiv stabiler, sondern auch offensiv gefährlicher.
Die Argumente für den FC Bayern München
Killerinstinkt und historische Bilanz: Die Münchner wittern gegen die angeschlagenen Dortmunder die große Chance, im Meisterkampf bereits eine Vorentscheidung herbeizuführen – und diese wollen sie unbedingt nutzen. Für Trainer Vincent Kompany geht es unabhängig vom Titelrennen auch immer ums Prestige: „Diese Spiele sind dermaßen wichtig, dass sie einen eigenen kleinen Titel darstellen. Deshalb ist es für uns eine absolute Priorität, dort zu gewinnen.“ Die historische Bilanz spricht klar für die Bayern: Nur eines der vergangenen 15 Duelle mit dem BVB haben sie verloren.
Stärke gegen Top-Teams: Wann immer die Bayern in dieser Saison von den nationalen Spitzenmannschaften gefordert wurden, waren sie bereit. Sämtliche Duelle mit Teams aus dem oberen Tabellendrittel der Bundesliga wurden gewonnen – teilweise überzeugend deutlich. Gegen Leipzig gab es ein 6:0 und ein 5:1, in Stuttgart ein 5:0, gegen Hoffenheim zuletzt ein 5:1. Auch das Hinspiel gegen den BVB entschieden die Münchner im Oktober mit 2:1 für sich.
Rekordjäger Harry Kane: Bayerns Stürmerstar trifft kontinuierlich und steht in der Liga bereits bei 28 Toren. Eine weitere Bestmarke winkt: In den vergangenen Partien gegen Hoffenheim (5:1), Bremen (3:0) und Frankfurt (3:2) traf der Engländer jeweils zweimal. Nun könnte er erneut zuschlagen. In vier Bundesliga-Partien in Serie mindestens doppelt zu treffen, gelang bislang nur zwei Spielern: Wolfsburgs Tomislav Maric 2001 und Dortmunds Lothar Emmerich 1967.
Das Duell verspricht Spannung pur – ob der BVB seinen Heimvorteil nutzen kann oder die Bayern ihre Dominanz fortsetzen, wird sich am Samstagabend zeigen.



