BVB-Talent Kjell Wätjen: Bochum will Youngster halten - Dortmund unentschlossen
Ein vom Borussia Dortmund ausgeliehenes Nachwuchstalent ist beim VfL Bochum in der laufenden Saison etwas ins Hintertreffen geraten. Trotz dieser Entwicklung hat der Revierklub einen überraschend klaren Plan mit dem 19-jährigen Youngster Kjell Wätjen. Die entscheidende Frage bleibt: Wie denken die Verantwortlichen beim BVB über die Zukunft ihres Leihspielers?
Vom BVB-Liebling zum Bochumer Projektspieler
Wätjen war unter Ex-BVB-Trainer Nuri Sahin einer der erklärten Lieblinge, doch der endgültige Durchbruch bei den Dortmunder Profis blieb dem 19-Jährigen verwehrt. Seit dem vergangenen Sommer spielt der deutsche U20-Nationalspieler daher auf Leihbasis beim VfL Bochum. Die Leihe läuft formal bis zum Saisonende, doch in Bochum denkt man bereits über eine Verlängerung der Zusammenarbeit nach.
Der in Gevelsberg geborene und aufgewachsene Mittelfeldspieler feierte vor knapp zwei Jahren sein Profidebüt für Borussia Dortmund unter Trainer Edin Terzic. Beim 5:1-Sieg gegen Augsburg durfte der Youngster damals über die vollen 90 Minuten spielen und begeisterte die Fans nachhaltig. Durch seine Sozialisation in der Dortmunder Jugend schien der Weg vorgezeichnet.
Trainerwechsel und der Weg nach Bochum
Unter Sahin sah es zunächst so aus, als könnte Wätjen den ersehnten Durchbruch schaffen. Doch in der vergangenen Saison kam er nur noch auf zwei weitere Profieinsätze und spielte überwiegend für die zweite Mannschaft. Mit dem Trainerwechsel zu Niko Kovac wurde Wätjen dann fest in die U23-Mannschaft eingestuft.
Da diese jedoch in die Regionalliga abstieg, entschieden alle Beteiligten, dass die Kluft zwischen vierter Liga und Bundesliga zu groß sei. Der U17-Weltmeister von 2023 wechselte daraufhin zur Saison 2025/26 zum VfL Bochum, um dort wichtige Spielpraxis auf höherem Niveau zu sammeln.
Bochums Trainer Rösler äußert sich deutlich
In der aktuellen Spielzeit kommt Wätjen in Pokal und Liga auf insgesamt 21 Einsätze, erzielte dabei ein Tor und bereitete einen weiteren Treffer vor. Allerdings saß er in den letzten beiden Spielen durchgängig auf der Ersatzbank.
Bochums Trainer Uwe Rösler erklärte dazu im SPORT1-Interview: „Zu Beginn hat er regelmäßig gespielt und das auch sehr gut gemacht. Seine Rolle hat sich verändert – zunächst als falsche Neun oder Zehner, später eher auf der Außenbahn. Das kann er, aber dort braucht er noch mehr Konstanz.“
Rösler betonte weiter: „Wir haben auf seinen Positionen viele Alternativen, und das Leistungsprinzip gilt für alle. Er hatte eine kleine Leistungsdelle, was bei jungen Spielern völlig normal ist.“ Dennoch sprach der Bochumer Trainer dem Youngster ein großes Lob aus und äußerte einen klaren Wunsch: „Für mich ist er ein wichtiger Spieler, mit dem ich gerne über die Saison hinaus arbeiten würde – wenn es möglich ist.“
Dortmund beobachtet die Entwicklung genau
Beim BVB ist man von Wätjens Qualitäten überzeugt. Der Youngster gilt als Vorbildprofi, der sich sowohl auf als auch abseits des Platzes mustergültig verhält und stets an seiner Weiterentwicklung arbeitet. Diese Einschätzung teilen sowohl die Bochumer Verantwortlichen als auch die Dortmunder Entscheidungsträger.
Im Oktober verriet Wätjen selbst in einem Interview, dass er sich in Bochum sehr wohl fühle und einen Verbleib über die Saison hinaus nicht kategorisch ausschließe: „Ich warte jetzt erstmal ab, was hier und in Dortmund passiert. Final ist noch nichts.“
Die Entscheidung liegt beim BVB
Klar ist jedoch: Der BVB sitzt am längeren Hebel. Nach aktuellen Informationen ist bei den Dortmunder Verantwortlichen noch keine endgültige Entscheidung gefallen, ob Wätjen – der noch bis 2028 an den BVB gebunden ist – im Sommer zurückkehren oder ihm ein weiteres Jahr beim VfL Bochum zugestanden werden soll.
Die Dortmunder beobachten die Entwicklung ihres Talents genau und nehmen auch wahr, dass er zuletzt nicht zum Stammpersonal des Zweitligisten gehörte. Gleichzeitig ist man sich bewusst: Ein Ende der Leihe macht nur dann Sinn, wenn Wätjen beim BVB auch realistische Aussichten auf Spielzeit hat. Alles andere würde seine Entwicklung eher bremsen als fördern.
Die Dortmunder sind überzeugt, dass Wätjen mittelfristig den Sprung zu den Profis schaffen kann. Die Entscheidung über seine unmittelbare Zukunft wird daher sorgfältig abgewogen und dürfte in den kommenden Wochen fallen.



