Neuer BVB-Sportdirektor Ole Book stellt sich vor und mahnt zu Geduld
Borussia Dortmund hat seinen neuen Sportdirektor Ole Book offiziell vorgestellt. Der 40-Jährige, der seit Kindesjahren leidenschaftlicher BVB-Fan ist, weiß genau, wie groß die Erwartungen an den Bundesliga-Zweiten sind. Doch bei seiner ersten Pressekonferenz am Mittwoch warnte Book vor überzogenen Hoffnungen und rief zur Geduld auf.
Book will keine großen Ziele vorwegnehmen
„Diese Sehnsucht kann ich nachvollziehen, natürlich würde ich mich auch darüber freuen“, sagte Book bezüglich möglicher Titelgewinne, „aber ich glaube, wir wären nicht gut beraten, wenn wir jetzt große Ziele rausposaunen.“ Der neue Sportdirektor verwies dabei auf die aktuelle Dominanz des FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga: „Es gibt in der Bundesliga einen Verein, der gerade ein bisschen enteilt ist.“
Book, der einen Dreijahresvertrag als Nachfolger von Sebastian Kehl unterschrieben hat, betonte: „Ich will das Beste geben, um so erfolgreich wie möglich zu sein.“ Gleichzeitig relativierte er: „Träume darf jeder haben, aber noch sind wir ein ganzes Stück davon weg.“
BVB setzt auf Renovierung statt Revolution
Die BVB-Verantwortlichen sehen in Book den idealen Kandidaten, um beim „Herzensverein“ für frischen Wind zu sorgen. Carsten Cramer, Sprecher der Geschäftsführung, erklärte: „Das Haus steht auf einem guten Fundament, aber es braucht auch mal eine Renovierung.“
Sportgeschäftsführer Lars Ricken betonte, dass Dortmund sein Konzept nicht komplett umstellen werde: „Wir werden in Zukunft nicht mit einer U21-Mannschaft spielen“, sagte Ricken. „Wir können nicht sagen, Jugend forscht, und am Ende werden wir Siebter und liegen uns in den Armen. Wir brauchen schon die Mischung.“
Books Erfolge bei SV Elversberg
Der neue Sportdirektor bringt beeindruckende Erfahrungen mit. Als Sportvorstand des Zweitligisten SV Elversberg verantwortete Book seit 2017 maßgeblich den Aufstieg des kleinen Vereins aus der Viertklassigkeit bis an die Schwelle zur Bundesliga. Seine Fähigkeiten als „Perlentaucher“ sollen nun auch Dortmund zugutekommen.
Zu Books größten Erfolgen bei Elversberg zählen:
- Die Entdeckung von Nationalstürmer Nick Woltemade, der heute bei Newcastle United spielt
- Die Entwicklung von Fisnik Asllani, der mittlerweile bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag steht
- Der Transfer von Younes Ebnoutalib: Book holte den Spieler aus der sechsten Liga und verkaufte ihn ein Jahr später für acht Millionen Euro an Eintracht Frankfurt
Book selbst war als aktiver Fußballer Mittelfeldspieler und schaffte es bis in die 2. Liga. Seine Karriere im Management begann er 2017 bei der SV Elversberg, wo er sich durch geschickte Transfers und Talentförderung einen Namen machte.
Die BVB-Führung setzt große Hoffnungen in den neuen Sportdirektor, der nicht nur Fachwissen, sondern auch emotionale Bindung zum Verein mitbringt. Ob Books Strategie der behutsamen Renovierung langfristig Erfolg haben wird, muss sich jedoch erst zeigen. Sicher ist: Der Druck in Dortmund bleibt hoch, auch wenn der neue Sportdirektor zunächst zur Geduld mahnt.



