Champions League: Eklat in Lissabon überschattet knappen Sieg von Real Madrid
Das Play-off-Hinspiel in der Champions League zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid wurde am Dienstagabend von einem unschönen Vorfall überschattet. Während Real mit 1:0 (0:0) gewann und damit einen wichtigen Schritt ins Achtelfinale machte, rückte der sportliche Erfolg nach einer Beleidigung gegen Starstürmer Vinicius Júnior in den Hintergrund.
Vinicius als Mittelpunkt des Skandals
Der Brasilianer hatte Real Madrid in der 50. Minute mit einem Traumtor in Führung gebracht und feierte dies provokant mit einem Tänzchen an der Eckfahne, wofür er die Gelbe Karte sah. Nur wenige Augenblicke später eskalierte die Situation: Benfica-Stürmer Gianluca Prestianni beleidigte den Real-Star offenbar, wobei er sich das Trikot vor den Mund hielt.
Vinicius stürmte daraufhin wild gestikulierend zu Schiedsrichter Francois Letexier, der das Spiel umgehend unterbrach. An der Seitenlinie kam es zu hitzigen Diskussionen, bei denen besonders Vinicius und Teamkollege Kylian Mbappé außer sich waren. Ein Benfica-Betreuer sah die Rote Karte, während Vinicius zwischenzeitlich kopfschüttelnd auf der Ersatzbank Platz nahm.
Nach etwa zehn Minuten wurde das Spiel im Estádio da Luz fortgesetzt, wobei Vinicius fortan bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde. Für Real stand Nationalspieler Antonio Rüdiger in der Startelf und trug zum knappen Sieg bei, der die Madrilenen das Achtelfinale vor dem Rückspiel am kommenden Mittwoch fest im Blick haben lässt.
Mourinho muss Rückspiel von der Tribüne verfolgen
Im Bernabéu wird Benfica dann auch auf Startrainer José Mourinho verzichten müssen. Der Portugiese wurde in der Schlussphase von Schiedsrichter Letexier wegen wiederholten Reklamierens mit Gelb-Rot auf die Tribüne geschickt. Der Sieger dieses Duells trifft in der Runde der besten 16 entweder auf Manchester City oder Benficas Stadtrivalen Sporting Lissabon.
Der Sieg war für Real Madrid besonders bedeutsam, da es sich um eine Revanche für die Schmach von Lissabon handelte. Drei Wochen zuvor hatte Real am letzten Spieltag der Ligaphase ein denkwürdiges 2:4 kassiert, inklusive eines Last-Minute-Torwarttors von Anatolij Trubin.
PSG dreht Spiel in Monaco nach turbulentem Abend
Einen ebenso wilden Abend erlebte Titelverteidiger Paris Saint-Germain bei der AS Monaco. Die Pariser lagen nach einem Doppelschlag von Folarin Balogun bereits nach 18 Minuten mit 0:2 zurück und mussten weitere Rückschläge verkraften.
Der deutsche Keeper Philipp Köhn im Monaco-Tor hielt einen Elfmeter von Vitinha in der 22. Minute, kurz darauf musste PSG-Superstar Ousmane Dembélé angeschlagen vom Feld. Für ihn kam nach 27 Minuten Désiré Doué, der prompt zum Anschluss traf (29.), den Ausgleich von Achraf Hakimi vorbereitete (41.) und schließlich selbst das 3:2 erzielte (67.).
Dazwischen sah Aleksandr Golovin aufseiten von Monaco, das ohne den erkrankten Nationalspieler Thilo Kehrer auskommen musste, in der 48. Minute die Rote Karte wegen groben Foulspiels. PSG gewann damit nach einer dramatischen Aufholjagd mit 3:2 (2:2) und trifft in der Runde der besten 16 entweder auf den FC Barcelona oder den FC Chelsea.
Folgen des Abends für den weiteren Wettbewerb
Die Ereignisse in Lissabon werfen ein Schlaglicht auf die angespannte Atmosphäre in den entscheidenden Phasen der Champions League. Während Real Madrid trotz des Eklats einen wichtigen Sieg einfahren konnte, bewies PSG einmal mehr seine mentale Stärke in schwierigen Situationen.
Die Rückspiele versprechen weitere Spannung, besonders im Duell zwischen Real Madrid und Benfica, das nun zusätzlich durch die Vorfälle um Vinicius belastet ist. Für beide Teams geht es nicht nur um den sportlichen Erfolg, sondern auch um die Bewältigung der emotionalen Aufladung aus dem ersten Aufeinandertreffen.



