Deutsche Defensive ohne Schlotterbeck: Rüdiger zeigt Schwächen
Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Nico Schlotterbeck (Sprunggelenk) musste sich die deutsche Nationalmannschaft gegen Ecuador neu sortieren. Antonio Rüdiger rückte in die Startelf, doch die Abstimmung in der Viererkette haperte. Bundestrainer Julian Nagelsmann experimentierte mit einer Fünferkette, was nur bedingt funktionierte. „Wir dürfen nicht jedes Spiel ein, zwei Gegentore bekommen“, kritisierte Kapitän Joshua Kimmich nach der 1:2-Niederlage.
Rüdiger-Statistik: Zweikämpfe gut, Spielaufbau mangelhaft
Antonio Rüdiger gewann fünf von sieben Zweikämpfen (71 Prozent) und hatte eine Passquote von 92 Prozent. Allerdings fehlte ihm die spielerische Klasse Schlotterbecks. „Schlotterbeck hat einen linken Fuß aus Gold“, lobte Nagelsmann. Rüdiger, Rechtsfuß, kann keine präzisen Diagonalbälle schlagen. Ecuador nutzte dies aus und presste höher. „Ecuador hat gemerkt, dass sie uns höher pressen können“, so Nagelsmann.
Torwart-Debatte: Neuer ohne Glanz
Manuel Neuer zeigte bei der WM bisher keine überragenden Leistungen. „Bis jetzt ist noch kein Torwartspiel dabei gewesen“, sagte Nagelsmann. In drei Vorrundenspielen kassierte Deutschland sieben Gegentore – nur einmal blieb die Mannschaft in diesem Jahr ohne Gegentor (4:0 gegen Finnland). „Für einen Torwart eine extrem undankbare Situation“, kommentierte Nagelsmann die Szene vor dem Siegtreffer Ecuadors.
Systemwechsel: Fünferkette als Notlösung
Gegen Ecuador verteidigten die Deutschen oft mit fünf Mann in der letzten Linie. Jonathan Tah rückte von halbrechts ins Zentrum, Kimmich spielte rechts, Rüdiger links. „In der ersten Halbzeit hat das ganz gut geklappt“, sagte Kimmich. Nagelsmann ergänzte: „Aus dem tiefen Block haben wir keine Chance zugelassen.“ Dennoch reichte es nicht zum Sieg.
Ausblick: Abstimmung muss besser werden
Ohne Schlotterbeck fehlt der deutschen Abwehr der strategische Kopf. Rüdiger definiert sich über Körperlichkeit, nicht über Spielintelligenz. DFB-Sportdirektor Rudi Völler hält Rüdiger zwar für „einen Weltklasse-Innenverteidiger“, doch die Chemie mit Tah und Neuer stimmt noch nicht. „Wir müssen die Abstimmung verbessern“, forderte Kimmich. Die Zeit bis zum nächsten Spiel ist knapp.



