Israelische Streitkräfte haben über einer Stadt im Südlibanon Flugblätter abgeworfen, die die Bewohner zur Flucht auffordern. Es ist die erste derartige Anordnung seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Die Stadt liegt nahe der Grenze des von israelischen Truppen besetzten Gebiets im Südlibanon, ihr Name wurde zunächst nicht bekannt.
Wadephul trifft Rubio in Washington
Außenminister Johann Wadephul wird am Montag mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in Washington zusammentreffen. „Die Außenminister werden sich zur Lage im Nahen Osten beraten“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Es werde auch um die weitere Unterstützung der Ukraine und um die Vorbereitung des Nato-Gipfels in Ankara Anfang Juli gehen. Im Anschluss reise Wadephul weiter nach Paraguay, Argentinien und Brasilien.
Iran warnt vor Durchquerung der Straße von Hormus
Der Iran hat vor einer Durchquerung der Straße von Hormus ohne vorherige Abstimmung gewarnt. Eine sichere Passage durch die strategisch wichtige Meerenge könne ohne Koordination mit der Regierung in Teheran nicht garantiert werden, erklärte der stellvertretende Außenminister Kasem Gharibabadi auf X. Sollte eine solche Absprache ausbleiben, könne dies zur Sperrung ausgewiesener Routen führen. Zuvor hatte Oman in Absprache mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) temporäre Routen festgelegt.
Die vom Iran eingesetzte Schifffahrtsbehörde für den Persischen Golf (PGSA) garantiert Schiffen abseits der genehmigten Routen keine sichere Durchfahrt. Für die Folgen einer Passage auf nicht freigegebenen Strecken seien die Schiffseigner, Betreiber und Kapitäne verantwortlich, teilte die Behörde auf X mit.
UN stoppt Schiffsevakuierung
Die IMO setzt nach einem Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman eine Evakuierungsaktion aus. Man wolle zunächst prüfen, ob die notwendigen Sicherheitsgarantien weiterhin bestehen, teilte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez mit. Das angegriffene Schiff sei nicht Teil des Evakuierungsprogramms gewesen. Mit der am Dienstag gestarteten Initiative sollten hunderte gestrandete Schiffe und tausende Seeleute die Straße von Hormus sicher passieren können.
Israel lehnt Abzug aus Sicherheitszonen ab
Israels Verteidigungsminister Israel Katz lehnt einen Truppenabzug aus dem Libanon trotz Drucks ab. Die Armee werde so lange wie nötig in den Sicherheitszonen des Nachbarlandes, in Syrien und im Gazastreifen bleiben, sagte Katz. Ein Rückzug aus diesen Gebieten komme nicht infrage.
Schiff vor Oman von Geschoss getroffen
Ein Frachtschiff ist nach Angaben der britischen Seehandelsaufsicht (UKMTO) bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen worden. Dadurch sei auf der Brücke des Schiffs ein Schaden entstanden, teilte UKMTO auf X mit. Verletzte wurden nicht gemeldet. Wer für den Angriff verantwortlich war, wurde nicht mitgeteilt. Die iranische Revolutionsgarde hatte zuvor eine Warnung an Frachter gerichtet: Eine Route durch die Meerenge vor der Küste Omans, die von der IMO empfohlen wird, sei nicht sicher, teilte die Marine der Garde mit. Die einzige zugelassene Route sei die vom Iran festgelegte.
NGO: Iran einer der schlimmsten Folterstaaten
Der Iran ist nach Einschätzung von Experten einer der schlimmsten Folterstaaten der Welt. Folter und Misshandlungen seien systemische Merkmale des iranischen Strafjustiz- und Haftsystems, berichtete die Weltorganisation gegen Folter (OMCT). Auf dem Folterindex erreiche die Islamische Republik die höchste Gefahrenstufe. Verurteilungen könnten allein auf der Grundlage von Geständnissen erfolgen, was starke Anreize für Folter schaffe. Im Iran seien 2025 mindestens 1639 Menschen hingerichtet worden – eine der höchsten Hinrichtungsraten weltweit.
Israelischer Soldat im Südlibanon getötet
Im Süden des Libanon ist ein israelischer Soldat getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilte das Militär am Donnerstag mit. Dadurch stieg die Zahl der bei Kämpfen zwischen Israel und der Hisbollah getöteten Soldaten auf mindestens 37.
Oman will keine Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus erheben. „Zukünftige Regelungen beinhalten keine Erhebung irgendwelcher Transitgebühren“, teilte Außenminister Badr al-Busaidi mit. Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran habe das Ziel, die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten.
Libanon: Zwei Tote bei israelischem Drohnenangriff
Bei einem israelischen Drohnenangriff im Südlibanon wurden zwei Menschen getötet. Das Geschoss sei in ein Auto eingeschlagen, verlautete aus libanesischen Sicherheits- und Sanitätskreisen. Es ist der zweite Tag in Folge mit einem solchen Vorfall.
Dutzende Schiffe passieren Straße von Hormus
Der Evakuierungsplan der IMO läuft. Seit Beginn der Maßnahme am Dienstag haben 57 Schiffe die Straße von Hormus passiert, an Bord schätzungsweise 1100 Seeleute. Der Plan soll insgesamt Hunderten von Schiffen mit rund 11.000 Crew-Mitgliedern die Durchfahrt ermöglichen. Die dänische Reederei Maersk teilte mit, zwei ihrer Schiffe hätten die Meerenge sicher durchquert.
US-Außenminister Marco Rubio sichert den arabischen Golf-Staaten zu, dass ihre Interessen bei einem Abkommen mit dem Iran berücksichtigt werden. Zum Abschluss einer Nahost-Reise wirbt Rubio in Bahrain um Unterstützung für die Rahmenvereinbarung. Bahrains Außenminister begrüßt Pläne Omans für einen sicheren Schiffskorridor.
Iranische Revolutionsgarden: Neue Route inakzeptabel
Die iranischen Revolutionsgarden bezeichnen eine ohne Abstimmung mit dem Iran angekündigte neue Schifffahrtsroute als inakzeptabel und gefährlich. Eine sichere Durchfahrt sei nur auf den vom Iran festgelegten Routen möglich. Gegen Schiffe, die sich nicht an die Vorgaben halten, wurden Maßnahmen angekündigt.
Fünf weitere von Südkorea betriebene Schiffe haben die Straße von Hormus verlassen, insgesamt befinden sich noch 13 südkoreanische Schiffe mit 87 Besatzungsmitgliedern in der Meerenge. In den vergangenen 24 Stunden haben rund 72 Schiffe mit insgesamt etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus passiert, so US-Angaben. Die Rückkehr zu normalen Öltransporten verzögert sich jedoch wegen iranischer Minen.
Ölpreise auf Tiefstand seit Kriegsbeginn
Die Ölpreise fallen auf den tiefsten Stand seit der Zeit vor dem Beginn des Iran-Kriegs. Brent verbilligt sich um 4,3 Prozent auf 73,74 Dollar je Barrel, WTI gibt um 3,9 Prozent auf 70,34 Dollar nach.
US-Außenminister Marco Rubio stellt Iran-Gespräche für kommende Woche in Aussicht. Die technischen Gespräche würden am Montag oder Dienstag fortgeführt, sagte Rubio. US-Energieminister Chris Wright betont, der Iran werde künftig nicht mehr in der Lage sein, die Straße von Hormus zu blockieren.
US-Rohöllagerbestände auf Tiefstand seit 1984
Die gesamten US-Rohöllagerbestände fallen in der Woche zum 19. Juni um mehr als 15 Millionen Barrel auf 743,3 Millionen Barrel – der niedrigste Stand seit Oktober 1984. Die USA haben angesichts der Sperrung der Straße von Hormus auf die Vorräte zurückgegriffen.
Die internationale Beteiligung an einer Stabilisierungstruppe für den Gazastreifen wächst. Militärs aus Marokko sind in Israel eingetroffen, um Planungen zu unterstützen. Auch Indonesien und Albanien haben sich bereiterklärt, sich zu beteiligen.
Israel will vorerst nicht aus Libanon abziehen
Israels Verteidigungsminister Israel Katz kündigt einen Verbleib israelischer Truppen im Libanon an. Die USA hätten Israel nicht aufgefordert, sich zurückzuziehen. Israel werde dort bleiben, solange die Hisbollah eine Bedrohung darstelle.
Die Waffenruhe im Libanon hält weitgehend trotz Verstößen. Das israelische Militär griff zwei Hisbollah-Kämpfer an. Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam betont seine Ablehnung der israelischen Militärpräsenz. Präsident Joseph Aoun betont, die Gespräche würden unabhängig von den US-Iran-Gesprächen fortgesetzt.
US-Finanzminister Scott Bessent pocht auf Kontrolle über iranische Gelder. Das US-Finanzministerium werde eine Vertretung in Doha einrichten, um den Mittelfluss zu überwachen. Der Iran hat US-Vorgaben zur Verwendung der rund zwölf Milliarden Dollar zurückgewiesen.



